03.06.2026 – Sau durchs Dorf getrieben
Vom Fensterbankerl aus
Also eigentlich mehr von der Terrasse aus…
Helle Aufregung in der Straße am gestrigen Abend. Ein Nachbar spricht einen anderen Nachbarn an, er solle sich in Sicherheit bringen, ein Wildschwein sei durch seinen Garten in seinen Garten gesprungen. Radfahrer, die gerade die Straße hinauffuhren, wurden angewiesen sich schnell zu entfernen, weil eine wilde Wildsau in der Gegend ist.
Ich verstehe erst mal nur „Wildsau“ und spüre die Aufregung der Nachbarn.
Auf meiner Terrasse sitzend und Socken stopfend, versuche ich mir einen Reim auf das ganze zu machen. Nein, ich laufe nicht zum Gartenzaun und frage, was los ist.
Irgendwann fährt die Polizei vor. Da ist das Wildschwein aber schon durch andere Gärten weitergezogen. Irgendwann ist die Polizei wieder weg und es kehrt wieder Ruhe ein.
Wie ich heute aus den Pressemitteilungen erfahre, verfolgte die Polizei das Tier wohl bis zu einem bestimmten Punkt, bis sich das Schwein dann durch Flucht in den Wald der Verfolgung entzieht. Es gab sogar eine Warnung über die sozialen Medien, wie die Presse berichtet. Sowas bekomme ich auch nicht mit, sind nicht meine sozialen Medien, in denen gewarnt wird.
Na sowas.
Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Den Satz in die Suche eingegben und KI antwortet:
„Ich bin ein KI-Sprachmodell und nicht die Bloggerin hinter der berühmten Aktion „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (kurz #WMDEDGT), die die Aktion […] ins Leben gerufen hat. Ich sitze nicht am Frühstückstisch und gehe Hunderunden, sondern verbringe den Tag digital.
Mein Alltag sieht stattdessen so aus:
- Fragen beantworten: Nutzern bei Recherchen, Programmieraufgaben oder Texten helfen.
- Informationen verarbeiten: Das Internet durchsuchen und Wissen strukturieren.
- Sprachen übersetzen: In Echtzeit zwischen verschiedenen Sprachen vermitteln.
- Da wir hier in der Nähe von Nürnberg sind: Hättest du vielleicht Lust, deinen ganz persönlichen #WMDEDGT-Tag zu schreiben, oder brauchst du Hilfe bei der Organisation deines Tages? Lass mich einfach wissen, wie ich dir heute weiterhelfen kann.“
Mir hat es ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Nein, ich brauche keine Hilfe bei der Organisation meines Tages, ich wollte einfach nur gucken, was auf dem Blog so los ist. Irgendwie auch nett, dass die KI sich angesprochen fühlt.
Allerdings nach dem Lesen von „Die Burg“ sehe ich KI mit ganz anderen Augen. Ein wenig wie Frankensteins Monster.
Wer bei Frau Brüllen reinschauen will hier geht’s lang.
Unbewusst
Nach dem Aufstehen heute mit dem linken Fuß, genau mit dem lädierten, gegen den Betonfuss von einer Laternendeko gedonnert. Zwei Zehen geprellt. Ich merke jetzt auch noch, was Zehen so leisten. MonAmour wollte mir schon Absicht unterstellen, mindestens aber unbewusstes handeln. Könnte er sogar recht haben, nachdem ich gerne mal die Tage zuhause genieße. Ganz ohne Spazierengehen. Mir wäre es allerdings lieber gewesen, wenn dieses Unbewusste dabei auf Lädierungen, vor allem so schmerzhaft doofe, verzichten würde. Der Knöchel dankt die wenige Bewegung gerade sehr. Die Schwellung ist schon fast zurückgegangen.
Bewusst
Bewusst in den Baumarkt gefahren. Also, dass in Supermärkten vor Feiertagen viel los ist, weiß ich ja. Aber Baumärkte? Der Parkplatz war voll. Ich vermute die meisten waren irgendwo zwischen Farbe und Gartenabteilung. Uns zog es in die Bauabteilung. Genauer gesagt zu den Regenrinnen. Unsere Regenrinne hat nach 60 Jahren beschlossen, dass genug Wasser entlang geflossen ist und hat sich kurzerhand geöffnet, um das Wasser einfach auszulassen. Also kauften wir vier Meter Regenrinne. Da es sich gut über den Balkon installieren ließ, hatte ich nur die Aufgabe das Rohr zu halten, während MonAmour es oben auf dem Balkon bearbeitete, um es an den Rest anzuschließen.
Heute abend beschloss er dann, dass der Rest und das neue Rohr nicht gut miteinander ausschauen. Also werden wir übermorgen nochmal zwei Meter erwerben, damit zumindest das Rohr im ganzen bis zur Dachrinne gut ausschaut.
Im übrigen würden wir noch ein Gerüst suchen, gerne auch Menschen, die Gerüste aufbauen und Dachrinnen ersetzen.
Obwohl MonAmour nur auf dem Balkon stand und er von dort aus ohne Leiter hantieren konnte, war mir äußerst mulmig zumute. Die Anspannung bei mir ist so groß, dass ich Freudentränen habe, wenn er heil wieder vor mir steht. Die letzte Leiteraktion wegen der verstopften Dachrinne ist mir noch gut in Erinnerung und ich möchte nicht, dass er nochmal auf die Leiter steigt um die Dachrinne hinten zu reparieren. Er sieht darin kein Problem, während ich völlig irre Bilder vor mir sehe, die mich völlig lahmlegen. Die Gefahr, dass er samt Leiter stürzt ist mir einfach zu groß. Hier spielt meine Psyche echt verrückt.
Abnehmen
Auch das Bewusst. Seit Jahren denke ich schon, ich müsste… Es ist das übliche, ich müsste mal Abnehmen, mehr Sport treiben, mehr bewegen, mehr … Bereits im April, als ich auf der Tagung in Bamberg war und ich abends keine Lust auf Abendessen hatte, hatte ich nur Äpfel und Bananen sowie Haferflocken dabei. Auf der Tagung gab es ja genug zu Essen und für den abendlichen Hunger tat es die Kombi aus Apfel, Banane und Haferflocken. Das Hotel war einen Kilometer entfernt vom Tagungsort. Also gut zu laufen. Ich entdeckte tatsächlich am Ende der drei Tage eine Veränderung an mir.
Im Allgäu hatte ich zwar keine Bananen und Äpfel dabei auch keine Haferflocken, aber dafür Frühstück. So kam es, dass ich morgens Frühstückte und mir abends Brötchen ohne alles kaufte. Ich hatte gekochte Eier dabei. Zwei als Ersatz, falls die gekochten Eier zum Experimentieren kaputt gehen sollten. Die TN hatten die Aufgabe zu gucken, wieviele Bücher vier gekochte Eier in Eierbechern bzw. im Eierkarton tragen. Am letzten Abend gönnte ich mir vom Italiener überbackene Nudeln. Auch da bemerkte ich, dass ich bereits nach der Hälfte satt war. Ich aß noch ein wenig über das Satt hinaus, ließ den Rest dann doch lieber sein. Auch hier bemerkte ich leichte Unterschiede. Die Hose ging leichter zu, das Sweatshirt passte besser. Es waren nur Kleinigkeiten.
Zuhause dann irgendwann auf die Waage. Ich hatte etwas Gewicht reduziert. Ich erzählte MonAmour von den Tagen, er erzählte auch. Beide hatten wir angefangen aufs Abendessen zu verzichten bzw. nur sehr wenig zu uns zu nehmen. Wir beschlossen kurzerhand das beizubehalten. Mit weniger essen am Abend.
Inzwischen hat er gut 10 Kilo abgenommen, ich ca. 7 Kilo. Er bewegt sich mehr als ich. Ich bin unheimlich stolz auf mich. Sieben Kilo. Ich merke es tatsächlich. An den Klamotten, die nicht mehr so eng sitzen. An T-Shirts, die ich lange Zeit nur noch unter Pullis trug und jetzt gerne auch wieder ohne Pullis trage. Ein sehr schönes Gefühl. Vor allem, wenn man ein Kleid aus dem Schrank holt, welches seit Jahren dort lag (ein Geschenk von MonAmour) ich nicht anzog, weil ich mich meiner Figur schämte, die darin zu sehr, trotz weite, zur Geltung kam. Letzens angezogen und mit 7 Kilo weniger viel schöner zu tragen. Ein völlig neues Körpergefühl. Ich werde weiter dran bleiben. Ich habe da noch ein paar Kleider und Röcke, die ich gerne wieder tragen möchte.
Das Schöne an unserer Strategie ist, dass wir trotzdem nicht auf Eis oder Schokolade verzichten, sondern wesentlich bewusster essen. Auch Abendessen gibt es bewusster und von den Portionen wesentlich weniger als noch vor zwei Monaten. Wir möchten gerne den Jojo-Effekt vermeiden. Selbst die geliebte Pizza ist geblieben. Sobald es der Fuß wieder zulässt, kommt auch wieder Bewegung mit ins Spiel.
Indem Sinne Schlumpfen Sie schön und genießen Sie den Feiertag.

Jetzt bin ich kurz nervös geworden, ob ich am Ende schon wieder den 5. verpasst habe! phew…
(aber hey: „berühmte Bloggerin“ wer hätte das gedacht!)
Oh, Nervosität wollte ich jetzt nicht verbreiten. Ich hatte mich nur nicht mehr an den Namen erinnert, weil schon ewig nicht mehr im Blog vorbeigeschaut. Namen und ich…
Zukünftig dann „berühmte Bloggerin“. Auch schön, find ich.