08.07.2026 – Sag mal!
Irgendjemand hier im Haus hatte Geburtstag. Normalerweise nehmen sich dann zwei hier im Haus Zeit und machen einen Ausflug. Diesmal nahmen sich zwei die Zeit und machten einen Ausflug zwei Tage vor dem Geburtstag. Dafür gab es gleich zwei Ausflüge. Ausflug Nummer 1: Wir fahren mit einem der fünf Freunde, der nur von Juni bis August gefahren werden kann, durch die Lande. Ausflug Nummer 2: Ging zu einem Oldtimertreffen, der gehobenen Art. Klein und fein, mit schönem Ambiente, selbstgemachten Eis aus dem Eismobil und griechischem Essen mit schönen Autos. Sehr sehr wenig Gedränge. Ein wunderbares Treffen, sehr nach unserem Geschmack. Gerne wieder.
Da der Geburtstag auf einen Montag fiel, und Montags so ziemlich alles Ruhetag hat (Musseen, Lokale) wurde der Montag zu einem Arbeitstag. Das Geburtstagskind hatte schon angemerkt, dass es darüber nicht ganz unfroh ist, war doch am nächsten Tag ein Workshop zu halten. Anmerkung für mich: keine Termine nach Geburtstagen!
Ein Teil des Tages am Schreibtisch verbracht. Dafür morgens zum Bäcker gelaufen. Dort Brötchen und Kaffee eingekauft, beim Lottoladen eine Tageszeitung, beim Gemüsehändler Salat plus Zutaten für den Salat am Abend. Ein wenig den Kleinkram am Schreibtisch erledigt, der noch nicht erledigt war für den Workshop. Das zog sich leider bis zum Nachmittag. Später dann in den Garten zum Unkraut jäten. Gemerkt wie sehr ich diese Tätigkeit vermisst habe. Ich kann dabei so wunderbar abschalten. Egal wie sehr es mich genervt hat, dass ich mit dem Kleinkram aufgehalten wurde (Flipcharts suchen, Aufgaben ausdrucken, noch nicht vorhandenes Flipchart schreiben, einpacken, Bücher zum Thema dazu, etc.), als ich dann im Garten mit der Erde, den Beikräutern, Blumen und Gemüse befasst war, Enstpannung pur. Anmerkung Nummer 2: Wieder mehr Zeit im Garten verbringen.
MonAmour hat währendessen die Zeit genutzt und einen Kundendienst am Alltagsfahrzeug durchgeführt. Mich dann später für die Verteilung der neuen Flüssigkeiten (Öl) auf Einkaufstour geschickt. Ich kaufte Kleinkram wie für einen Kindergeburtstag, Nüsse, Studentenfutter, Chips und Eis, als auch, weil ja Erwachsen auch Sekt in Picolloform. Sekt am Geburtstag darf dann schon auch sein.
Workshoptag & Oldtimertreffen
Am nächsten Tag brachte mich MonAmour zur Workshopstätte. Der Tag verlief für alle zur vollsten Zufriedenheit. Am Nachmittag holte MonAmour mich wieder ab und wir fuhren in die Studentenstadt zum jährlichen Oldtimertreffen der hiesigen Brauerei. Wir merkten schnell, dass es uns hier viel zu voll war. Zu viele Autos, wenn auch ein paar Höhepunkte darunter. Mit Höhepunkten sind unverbastelte Autos in Originalzustand gemeint. Darunter ein roter Fiesta, ein goldener Scirocco, ein BMW unaufällig verbastelt, das er fast original wirkte (ja, der Experte neben mir sieht sowas). Doch irgendwann war mein Sozialkonto dann verbraucht und ich brachte leise an, dass es reicht. Auch MonAmour hatte genug von Menschen und so machten wir uns früher als sonst auf den Heimweg.
Kuriositäten mit Feldstudie
Während wir so zwischen den verschiedenen Firmenplätzen auf denen die Oldtimer parkten hin- und her flanierten trugen sich mehrere interessante Dinge zu.
Interessantes Ding Nummer 1:
An der Tankstelle vor Ort holten wir uns ein Eis. Dort fuhr ein teueres Neufahrzeug an die Zapfsäule. Daraus entsprangen zwei junge Herren. Einer von ihnen verschloss sein Fahrzeug und beide gingen Richtung Oldtimertreffen. Wir unterhielten uns ob des kuriosen Verhaltens mit der Angestellten, die nur den Kopf schütteln konnte und meinte, wenn jetzt der Chef hier wäre, würde das anders laufen.
Interessantes Ding Nummer 2:
Unser Fahrzeug, inzwischen 31 Jahre alt, durfte auch auf das Gelände. Wir hatten einen Platz am Straßenrand und hatten ganz normal der Straßenlänge nach geparkt. Vor uns ein Oldtimer und hinter uns ebenfalls. Wir waren gerade auf dem Weg von unserem Fahrzeug weg, wir hatten dort kurz Station gemacht um unseren Durst zu löschen, als sechs Vespafahrer ankamen und sich als Parkfläche den Platz neben unserem Auto aussuchten. Sie stellten so geschickt ab, dass wir weder rück- noch vorwärts hätten aus der Parklücke fahren können, geschweige denn die Fahrertür öffnen. Wir beobachteten dies und hörten uns auch deren Kommentare an. Die waren, nun, auch sehr interessant. Derweil hatte ich mein Smartphone gezückt. Als sie sich noch etwas unschlüssig versammelten, um sich Richtung Biergarten zu bewegen, ging ich zu den Motorrädern und fotografierte die Kennzeichen. Nein, ich tat nicht so, als wollte ich die Vespas fotografieren. Die Herren sollten schon merken, dass es um ihre Kennzeichen ging. Nachdem ich alle sechs Kennzeichen auf Bild hatte, entfernte ich mich wieder.
MonAmour beobachteten noch ein wenig das Geschehen. Wir waren allerdings ein wenig weiter gegangen, doch immer noch das Geschehen beobachtend. Dann stellte einer der Jungs laut die Frage an seine Kumpels, ob ich wohl die Kennzeichen fotografiert hätte. Kurzes beratschlagen, es war ihnen dann doch nicht so geheuer. Schließlich ging einer nach dem anderen zu seinem Fahrzeug und siehe da, wie von Zauberhand, entdeckten sie einen Parkplatz an dem sie alle parken konnten und keinen behinderten.
Ja, ich hatte kurz überlegt sie darauf aufmerksam zu machen, dass dies wohl schon sehr ungünstig geparkt ist. Den Kommentaren nach zu schließen, war noch nicht ganz klar wie einsichtig sie sich wirklich gezeigt hätten. Nun, wir mussten sie nicht ausrufen lassen (eine Option, die sie kund taten, falls der Besitzer des Autos doch weg wollte) und auch keine Security holen. Sie hatten von allein den Schluss gezogen, dass das wohl keine gute Aktion war.
Als wir eine halbe bzw. dreiviertel Stunde später nach Hause fuhren, parkten sie noch immer in ihrer Parklücke. Das wäre ein Spaß geworden.
Feldstudie
Interessant war eigentlich die Tatsache, dass ihnen bewusst war, dass sie unser Fahrzeug blockierten. Dies auch kurz beratschlagten, um dann die Vespas doch so stehen zu lassen, aufgereiht, nebeneinander, über die Länge unseres Fahrzeugs. Interessante Verhaltensweise. Ebenso interessant zu beobachten, wie sie später auf die Idee kamen, doch lieber umzuparken. Nachdem ich die Kennzeichen aufgenommen hatte. Im übrigen habe ich die Bilder wieder gelöscht.
