10.02.2026 – KI im Einsatz, Mäandern und Wein
Am Schreibtisch
Gestern schien hier noch die Sonne. Während ich am Schreibtisch sitze und zwischen drei Aufträgen hin- und her jongliere, kommt regelmäßig MonAmour mit Statusmeldungen herein. Er setzt gerade einen alten PC auf. Mit Software aus der Urzeit. Ein Urzeit-PC sozusagen. Wir stellen beide fest, wie sehr wir uns an bestimmte Dinge gewöhnt haben, die wir einfach nicht mehr hinterfragen. Sie sind so selbstverständlich geworden, dass einem schon fast die Erinnerung daran fehlt, wie das mal begonnen hat. Als Internezeit noch durch die Kosten des Einwählens mit Modem begrenzt wurde.
MonAmour suchte bei Alt-PC vergeblich die Buchs für das LAN-Kabel. Bis der Gedankenblitz ihn traf. Früher ging das ja mit Modem, kann ja nicht mit LAN-Kabel funktionieren. Früher fuhren wir auch, bevor wir ein Modem und damit Internet hatten, zu einem Bekannten, der beides hatte, um mal eben im Internet zu gucken. Das waren dann auch ganz vergnügliche Abende. So wie früher meine Großeltern, als sie noch kein Telefon hatten und entweder zu den Nachbarn im Haus gingen oder zu denen im Nebenhaus, um zu telefonieren. Wollte man mit ihnen telefonieren musste man entweder den einen Nachbar oder den anderen anrufen. Dann legte man auf, wartete 10 Minuten bis entweder das Telefon schellte, oder man wieder beim Nachbarn anrief, in der Hoffnung, dass Oma oder Opa am Apperat daneben standen.
Irgendwann schafften sie sich ein Telefon an. Ein grünes mit Wählscheibe. Doch ich schweife ab.
Früher kostete Internet mit Modem auch noch richtig Geld, neben den Telefonkosten. Zwischendrin kam MonAmour und fragte, dies und das und ich merkte, wie wenig ich behalten hatte, obwohl ich damals meinen ersten Laptop öfter mal neu aufsetzte. Vergeblich suchte ich nach einer CD mit eine Office-Programm aus dieser Zeit. Sie ist wohl im Restmüll gelandet, nachdem wir vor Weihnachten aufräumten.
Ach ja, der Schreibtisch.
Ich mäandere mich gerade durch drei oder vier Aufträge. Dann durch fünf, als mir einfiel, dass ich vor zwei Wochen eine Mail bekam mit der Bitte das Konzept zu korrigieren. Ich druckte aus, stolperte über die ersten Formulierungen und bat die KI mir zu helfen, den Text zu optimieren. Es kamen gute Bausteine heraus, die ich in den Text einarbeitete. Farblich markiet und als Vorschläge unter die Absätze gesetzt. Die Kundin kann jetzt entscheiden, was sie annehmen möchte.
Für meinen neuen Job eine Mail formuliert, mir fehlen noch ein paar Termine. Mal sehen, ob noch Termine reinkommen. Ich habe einen Zeitpunkt gesetzt bis wann sie sich melden sollen.
Mir meinen Kalender angeschaut und weiter mäandert. Ich merke, dass es mir schwerfällt mich auf die Vorbereitung eines Workshops zu konzentrieren, der in 10 Tagen stattfindet. Daher mäanderte ich weiter zu einem weiteren Auftrag – Leitungsqualifikation. In den Modulen, die mir zur Vorbereitung dienen, sind auch Ideen für den Konzeptionsworkshop enthalten. Irgendwann war der Kopf voll. Ich verließ den Schreibtisch ging zum Einkaufen und wurde vor dem Weinregal schwach.
Ich nahm Rotwein für den Abend mit.
Interessanterweise sind wieder mehr Menschen mit Masken unterwegs. Corona, Influenza – die Maske als Schutz. Der Laden hat auch noch immer ein Handesinfektionsgerät am Ein- bzw. Ausgang stehen, der funktioniert.
Nach dem Einkaufen von Speis und Trank mäanderte ich wieder am Schreibtisch durch verschiedene Dinge. Kinderschutzkonzept, pädagogische Konzeptionsentwicklung zwischendrin mal Mails und Korrekturlesen einer Rezension und diese zur Veröffentlichung freigeben. Was man halt so macht. Irgendwann dann beschlossen es ist genug. Den Wein geöffnet und ein paar Minuten mit dem Traumschiff auf Bora Bora gelandet.
Abendmahl
Das Abendmahl bestand aus Basmatireis und einem selbstkreierten Curry. Beim Kochen an Biolek denken müssen, der sich in seiner Kochsendung durch verschiedene Weinanbaugebiete trank. Ich war immer sehr fasziniert davon, wie viel verschiedene Weine jemand trinken kann und dabei noch gradaus sprechen kann.
Mein Weinkonsum beschränkte sich auf eineinhalb Gläser und war deutlich im Körper zu spüren. Ich nehme das als gutes Zeichen, da ich meinen Alkoholkonsum auf fast null reduziert habe. Ausnahme die Flasche Rotwein, die jetzt wieder für drei Tage reicht, bis sie leer ist, um dann wieder für ein paar Wochen komplett zu verzichten. Es ist wie dieses Ding mit der Schokolade bei mir. Das geht immer mal eine Weile und irgendwann kauf ich dann eine oder zwei Tafeln, dann ist wieder gut. So richtig ganz mag ich nicht verzichten. Freue mich aber auf jeden Tag und jede Woche, die ich ohne Alkohol verbringe. Das war auch mal anders und zeigte mir, wie suchtgefährdet ich bin bzw. wie sehr sich der Körper daran gewöhnen kann.
