24.02.2026 – Keine 24 Stunden
Werkstatt
Zwischen „ich habe keine Kapazitäten im März zu ich habe wieder etwas mehr Zeit“ liegen keine 24 Stunden. Mir ist ein Auftrag mit drei Fortbildungstagen weggebrochen. Das bedeutet auch kein Geld in diesem Monat. Das trifft. Es bringt mich auch dazu mein Geschäftsmodell zu überdenken. Mal sehen, was aus den ersten Ideen wird.
Einen Workshop geleitet. Viele gute Rückmeldungen bekommen. Inzwischen bekomme ich Rückmeldungen, die weit über das „du warst toll und eigentlich kann ich mich meiner Vorredenerin nur anschließen“ hinausgehen, was mich unheimlich freut. Es zeigt, dass die Menschen sich wohlfühlen. Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Also mit mir. Mit meiner Umsetzung. Ich muss das überdenken. Gleichzeitig sehr erschreckt. Vor mir sitzen Pädagoginnen, die von Gewalt ihnen gegenüber berichten. Pädagoginnen, die mir erzählen ihre Kinder hätten keine Kompetenzen. Wieder einmal denke ich, das kann nicht sein, also das mit den Kompetenzen. Von zunehmender Gewalt gegenüber Fachkräften hörte und las ich bereits. Mich treibt dabei die Frage um, woher kommt dies. Was stimmt nicht?
Gleichzeitig merke ich, wie ich zusammenzucke, als man mir erzählt, unsere Kinder können das nicht, nichts von dem aus der Sammlung, die wir gerade gemacht haben. Nach Aussagen der Pädagoginnen sind die Kinder völlig kompetenzlos. Bei Nachfrage finden wir dann doch noch Fähigkeiten und Kompetenzen. Ich habe Hoffnung.
Wieder einmal merke ich, dass hier ein ganz anderer Prozess stattfinden müsste. Merke, dass ein Tag für die Themen, die viel tiefer gehen und Zeit für Reflexion brauchen, nicht reicht. Symptombekämpfung und noch nicht mal die so richtig. Vielleicht ist es genau diesese Gefühl, was mich so unzufrieden macht. Zu merken, dass ich ganz anders mit ihnen arbeiten müsste. Viel tiefer. Gleichzeitig ist es nicht möglich, weil es darum geht, dass eine Konzeption bis zu einem bestimmten Termin fertig sein soll. Der Prozess dazu jedoch eigentlich mindestens ein bis eineinhalb Jahre braucht. Mit viel Selbstreflexion, mit Haltungsänderung.
Wahl – Nicht die beste Wahl von Standorten
Im März dürfen wir wählen. Überall hängen Plakate, die Menschen zeigen, die für diese oder jenes stehen. Bei manchen Aufstellungsorten frage ich mich jedoch, wer ausgerechnet an diesem Ort auf die Idee kam, mit diesem Plakat Menschen zu gewinnen.
Vor einiger Zeit ist in einem Ort, durch den wir öfter kommen, eine Scheune abgebrannt. 500 Meter weiter steht ein Großflächenplakat mit dem Wahlspruch „Feuer und Flamme für … .“
Bei uns im Ort wirbt ein Politiker mit „mehr BÄUME und Grünflächen“ Ausgerechnet in dem Ort, wo die Radrennbahn an Investoren verkauft wurde, die einen großen Baumbestand hatte, und inzwischen mit Bäumen und Bahn, trotz Widerstand aus der Bevölkerung, abgerissen wurde. Die Bäume schon lange Brennholz. Verantwortlich dafür auch die Politik, die jetzt für mehr Bäume wirbt.
Frühling?
Heute die Weihnachtsdeko abgebaut und wieder in den Kartons verstaut. Wir wissen noch nicht, wie wir den Platz füllen. Ich hätte gerne etwas Frühlingshaftes sprich Blumen. Hatte gestern auch kurz überlegt Blumen mitzunehmen, dann doch keine gekauft. Die Vögel draußen im Garten indes tirillieren und feiern scheints die milden Temperaturen.
Während des Tages dann das vorgezogene Gemüse, welches sich in ersten zarten Pflänzchen zeigt, zum Teil aus dem Voranzuchtgehäuse in Töpfe gepflanzt, damit sie sich dort weiter entwickeln können bzw. nicht weiter vergeilen. Einige Salatsorten müssen nochmal gepflanzt werden.
Dort wo heute morgen noch der Weihnachtsbaum stand, die Geranien, die in der Küche überwinterten, hingestellt. Dort wo die Lichterhäuser standen, ein weiteres Voranzuchtprojekt hingestellt. Letztens die Kiste mit den Blumen- und Gemüsesamen gesichtet und alle Samen weg, die älter als 10 Jahre waren. Einige Samen, die jünger waren behalten. Im Anzuchtkasten wird jetzt getestet, ob der ein oder andere Samen noch keimt. Darunter Tomaten, Basilikum, Tagetes und Radiesle sowie Lauch. Festgestellt, dass ich noch ganz viele Paprikasamen habe, die werden demnächst in die Erde wanderen. Sollten die Tomatensamen alle noch aufgehen, könnte es eine Tomatenschwemme hier geben. Tomatensoße geht ja immer.
Dieses Jahr auch erstmals Artischocken gesät. Die erste schickt sich an aufzugehen. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickeln. Gesät weniger wegen des Gemüses als eher wegen der Blüte. Sie werden sehr groß, blühen lila und sind reine Bienen- und Hummelmagnete. Ich hätte da schon einen Platz im Kopf.
KI – damit kann man spaßige Sachen machen und Frust abladen
Nach dem Workshop merke ich meine eigene Unzufriedenheit. Kann jedoch nicht so richtig sagen, was es eigentlich ist. Irgendwann gefrustet einfach mal die KI gefragt. Plötzlich finde ich mich in einem interessanten „Gespräch“ mit der KI und am Ende hat sie flugs mal mein Profil geschärft. Das fand ich dann so spaßig, dass ich am nächsten Tag gleich nochmal eine Profilschärfung durchführte. Die ersten Antworten waren noch ok und gingen in die Richtung, die mir hilft, mein Profil oder besser meine Position bzw. meine Entwicklung sichtbarer zu machen, für die ich jetzt auch Ansätze habe mit denen ich arbeiten kann. Allerdings wurde es dann später etwas absurd, weil die KI irgendwann anfing meine Eingaben in einen Workshop zu verwandeln. Ich saß da und staunte.
Jetzt habe ich ein Signature-Workshop-Paket. Welches mich ratlos vor dem PC sitzen lässt. Zugegeben da sind Ansätze drin und im Prinzip hat die Maschine nur etwas gemacht, was sie sich aus meinen Eingaben zusammenklaubte, aus dem der Algorithmus dann Zeugs kreiierte, was ich als Alleinstellungsmerkmal noch nicht Kund*innen verkaufen kann. Nur hat der Algorithmus übersehen, dass ich weder danach gefragt habe noch passt es und so richtig stimmig ist es auch nicht. Es hat so ein wenig was von Marktschreier „Kaufen Sie hier, kaufen Sie jetzt, unser einizigartiges Produkt, welches es nur bei uns gibt. Erhalten Sie beim Kauf noch fünf Sockenpaare dazu, drei Karotten und Sie können Zuhause loshobeln“.
Allerdings, bei den Ansätze, die mir die KI geliefert hat, sind einige interessante Ideen dabei, die tatsächlich den Weg meiner Entwicklung und Weiterentwicklung säumen. Die sich durch Anfragen in den letzten Monate so ergeben haben, die mich aus meiner Komfortzone holten und mir neue Aufgaben bescherten. Wenn alles klappt und sich bis Herbst noch mindestens 12 Personen finden, dann darf ich meinen ersten Leitungsqualifikationskurs starten. Gerne Daumen drücken.

