27.06.2026 – Sommer in der Stadt
Schreibewerkstatt
Letzte Woche war es an zwei Tagen angenehm. Je näher der Workshop kam, desto mehr stiegen die Temperaturen. Am Freitag dann in einer Kita-Turnhalle mit insgesamt 25 Menschen einen Workshop gehalten. Obwohl uns ab Mittag sehr warm wurde, sagte das Raumthermometer noch eine Gradzahl an, in der wir arbeiten durften.
Abschlussveranstaltung
Es endete wie es begann. Mich ehrlich gesagt sehr geärgert. Hinterher noch ein gutes Gespräch geführt. Dafür Lob von Teilnehmerinnen bekommen. Mich sehr gefreut. Noch ein paar Termine vereinbart. Beschlossen eine Karte zu schreiben und ein kleines Geschenk zu senden. Fremdscham bewältigen.
Irgendwann mal im Auto gesessen. Irgendwann lief dann das Lied von der Spider Murphy Gang: Sommer in der Stadt.* Und plötzlich war ich 30 Jahre jünger und sah mich an all den Orten in München. Bei meinem allersten Besuch eines Bekannten dort. Einzig an der Isar waren wir damals nicht.
*Link füht auf YouTube. Barni und Günther Sigl sind bei Schmidtbauer zu Besuch.
Let it be
Wir sind im Freilandmuseum. Dort findet ein Kinderfest statt. Es gibt Crepes. Alte Spiele, einen Traktorparcour (Kinderfahrzeuge) aus Strohballen. Das mobile Fahrradmuseum zeigt einen Teil seiner Sammlung und man darf besonders interessante und ausgefallene Fahrräder fahren. Ein Stück weiter ist der Eingang zum Biergarten. Wir stehen gerad vor dem Schild. Neben uns ein Kind mit seinem Vater. Aus dem Biergarten ertönt Keyboardmusik. Das Kind zum Vater: „Das ist schön.“ Er völlig cool: „Das ist „Let it be“. Sie erstaunt: „Du kennst das Lied???“ Er leicht amüsiert: „Ja, das ist von den Beatles.“ Ich grinse mir eins.
Die Beatles faszinieren noch immer.
Mich hätte wirklich sehr interressiert, wie das Kind auf die Info reagiert hat, als sie erfährt, dass das Lied vor 57 Jahren die Welt eroberte. Also kurz vor meiner Geburt und weit vor der Geburt des Vaters von dem Kind. Doch leider zog es uns weiter. Ich habe keine Ahnung, wie es weiterging.
Miau
Seit Wochen zieht hier eine Katze durch die Gegend, die laut und vernehmlich miaut. MonAmour findet sie hört sich eher wie ein heißeres Schaf an. Jeder/Jede in der Nachbarschaft überlegt, wem gehört das Tier, warum miaut es, was fehlt dem Tier, fehlt ihm was, was ist der Grund?
Ich sitze, oh wunder (kam bisher nur einmal vor oder so), mal frühmorgens als noch Schatten auf die Sitzplätze und die Terrasse fällt, auf der Terrasse mit meinem Morgenkaffee. Ich lese. Aus den Augenwinkeln nehme ich einen schwarzen Schatten wahr.
Es ist die Katze mit ihrem grünen Halsband. Die, die miaut.
Sie sitzt vor dem Wassernapf, den ich vor die Treppen der Terrasse platziert habe, für Igel, Vögel, Katzen, Mäuse eben alles, was Wasser braucht. Insgesamt stehen hier mehrere Gefäße Wasser in verschiedenen Höhen für die Tiere des Gartens und der Luft zur Verfügung. Sie trinkt. Ich versuche still zu bleiben, mich wenig zu rühren. Dann ist sie fertig mit Trinken, setzt sich vor die Stufen schaut mich an, ich schaue sie an, dann schaue ich weg. Sie beobachtet mich, ich gucke wieder, wir schauen uns eine Weile an, dann dreht sie sich um und geht. Irgendwann später miaut sie wieder. Irgendwann ist es still.
Ruhelos durch die Nacht
Irgendwann in der Nacht, wandert sie wieder durch die Gärten. Laut miauend. Ruhelos. Mal ist das miauen direkt vor der Tür, mal weiter weg, mal gar nicht da. Sie dreht ihre Runden, miauend. Klagend. Suchend. Kräftig und doch langsam heiser werdend. Irgendwie.
Mich wundert, dass sie mich so lange gewähren ließ.
Das letzte Mal, als sie laut miauend im Nachbarsgarten saß, versuchte ich mich ihr langsam zu nähern, war sie bereit mit anzugreifen, starrte mich an, bereit zum Sprung, um dann doch abzudrehen und laufend den Rückzug anzutreten.
Die Erfahrung machen alle, die versuchen, sich ihr zu nähern. Niemand weiß, was ihr fehlt. Von außen betrachtet, sieht sie gesund aus. Vielleicht sucht sie einen Partner, vielleicht hat sie ihren Partner verloren, vielleicht ist es auch was ganz anderes.
Beim Optiker
Seit einigen Monaten denke ich darüber nach mir eine Sonnenbrille zu holen, seit einiger Zeit auch, über eine neue Brille. Erster Aufschlag beim Optiker: Brillen raussuchen. Eine Fernbrille. Ein weiteres Gestell für die Sonnenbrille. Von den gängigen Sonnenbrille war keine dabei, die gefiel. Der Berater darf noch keine Sehtests durchführen. Also Termin für Samstag ausgemacht. Heute dann frühmorgens zum Optiker. Ich treffe zusammen mit dem Besitzer des Ladens ein. Zu früh. Ich schlage vor, dass ich warte. Er schlägt vor, dass ich reinkomme, mich hinsetze und einen Kaffee trinke. So ist es dann auch.
Die Beraterin ist schon da. Es folgt der Sehtest, dann das Überlegen, welche Gläser. Bei der Sonnenbrille noch um die Farbe Grün oder Braun. Ich mag ja braun lieber, ist einfach wärmer vom Ton. Entscheide mich auch zuerst dafür. Später entscheide ich um, auf grün. Das Grün verfälscht die Farben nicht so. Kurz scherzen wir, ob vielleicht doch lieber rosarot. Sie hat da was im Angebot. Sie geht an eine Schublade und holt tatsächlich rote Gläser raus. Ich teste. Oha, kann man mal machen, aber wer will schon alles in einem lilarot Ton sehen. Ich teste nochmal Grün und Braun. Am liebsten beides. Entscheide dann spontan für Grün. Sollte ich später doch Braun haben wollen, darf ich es noch ändern. Das ist im Preis mit drin.
Was mich sehr erstaunt, dass ich mit der neuen alten Stärke die kleinste Schrift auf der Probebroschüre lesen kann. Klarer als mit der Lesebrille. Das wird in einem halben Jahr oder so, die nächste Investition.
Gartenzaungeplauder
Das Gemüse stöhnt. Wir entschließen uns am Nachmittag, frühen Abend kräftig zu wässern und setzen das Wasserregengerät ein.
Abendmahl: Salat aus dem Garten.
