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13.10.2026 – Systemfehler

Frau Mohnblume bloggt 13. Oktober 2026 |
Auch Sterben will gelernt sein

Gestern im Krankenhaus. Nachdem der Patient am Sonntag in ein Einzelzimmer verlegt wurde und wir gerade dazu kamen, wie er das Einzelzimmer bezog, waren wir verwirrt. Unsere Frage wurde nicht beantwortet. Der Patient verwirrt, vor sich hin sinnierend, verwaschen, schlecht zu verstehen. Wir waren in großer Sorge. Wir sind seit Tagen in großer Sorge. Selbst der Zimmernachbar war in großer Sorge.

MonAmour sprach mit dem Personal. Dann kam eine Diensthabende Ärztin, ist ja Wochenende. Sie veranlasste ein CT und Röntgen. Wir blieben, begleiteten den Patienten. Erfuhren in dem Gespräch, dass sie einen Verdacht auf Schlaganfall ausschließen möchten, er das Röntgen am Freitag verweigert hat, eine erneute Sepsis vorliegt. Es erklärt seine Symptome.

Nach der Behandlung mussten wir die Ärztin erneut anfordern. Die Aufnahmen sind alle ohne Befund. Wir versuchten noch mit ihr zu reden, mehr über die weitere Behandlung zu erfahren. Sie brach das Gespräch ab, als wir unseren Unmut drüber äußerten, dass wir nicht informiert wurden, weder Freitag noch Samstag.

Lichtblicke

Gestern rief ein Arzt an. Er erklärte er sei der neue Stationsarzt. Der Patient ist jetzt seit vier Wochen in diesem Krankenhaus, auf dieser Station. Er ist jetzt der fünfte Arzt, der fünfte neue Stationsarzt.

Und wir mögen ihn. Er ist der erste Arzt, der uns informierte, über den Zustand des Patienten, über die Behandlung, über die Weigerung des Patienten einer Bluttransfusion. Wir wollten sowieso ins Krankenhaus. Vereinbarten ein Gespräch für den Nachmittag.

Beim Patienten angekommen waren wir verwundert. Er war klar. Sehr klar. MonAmour sprach mit ihm über die Behandlung. Über die Verweigerung. Wir wissen, was der Patient nie haben wollte. Genau diese Situation. Gestern äußerte er seinen Willen klar und deutlich. Der Arzt nahm sich gestern sehr viel Zeit für uns für den Patienten. Seit vier Wochen fühlten wir uns das erste Mal ernst genommen. Gehört.

Der Patient wiederholte in dieser Zeit mehrmals seinen Willen. Er möchte sterben. Er sprach sich deutlich gegen alle weiteren Maßnahmen aus.

Uns allen blieb nur noch zu akzeptieren. Wir merkten, dass es ihm wichtig war, dass wir einverstanden sind.

Jetzt müssen wir Sterben lernen.

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06.10.2026 – Schöne Aussichten

Frau Mohnblume bloggt 7. Oktober 2026 |

Vor fast zwei Wochen durfte ich in Würzburg einen Workshop halten. Das Gebäude verwinkelt. Ein wenig wie Hogwarts. Ich wurde geführt, ich hätte mich sonst verlaufen. Einziger Unterschied zu Hogwarts: die Treppen bewegen sich nicht.

Wir hatten einen Raum mit Dachterasse und konnten von dort den Weinberg und die Festung bewundern. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite mit blauem Himmel und viel Sonnenschein. Die Teilnehmer*innen verbrachten die Gruppenarbeiten auf den Terrassen bzw. Balkonen.

Übernachtet habe ich ein wenig außerhalb von Würzburg in einem Weindorf. Überall gab es Schilder mit Federweißer. Ich folgte den Schildern nicht.

Jedoch folgte ich einer Treppe hinunter zu einem Café. Es hatte im September erst eröffnet. Man kann dort Kaffee, Kuchen essen als auch andere Köstlichkeiten zu sich nehmen und nebenbei auch Einkaufen. Eine Art Tante Emmaladen mit Speis und Trank. Ich nutzte einen der Außenplätze. Bekam Kaffee und Waffelpommes mit Zwetschgenmus. Sehr fein. Schaute Kindern beim „Träning“ zu. Sie nutzten die Fahrradschräge neben der Treppe als Rutsche, das Geländer und die gegenüberliegende Mauer als Turn- und Klettergerüst für Dehnübungen und andere Turnübungen.

Das Hotel lag im Tal, die Kirche lag seitlich darüber. Von dieser hatte man einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegenden Weinberge, die gerade im Sonnenuntergang verschwanden.

Werkstattarbeit

Meine Pause ist jetzt offiziell beendet. Die Arbeit hat mich wieder. Die nächsten Wochen sind gefüllt mit Vorbereiten und halten von Workshops – Online und in Präsenz. Zwischen Krankenhaus, Wohnung des Patienten und unserem ganz normalen Leben, versuche ich irgendwie meine Arbeit unterzubringen. Es fühlt sich nicht gut an. Zwischen allen Welten zu pendeln.

Inzwischen stehe noch früher auf als sonst. Allerdings wurde die To Do-Liste sehr kurz. Es stehen nur noch die wirklich wichtigen Dinge drauf. Also die Prios, die zuerst gemacht werden müssen. Alles andere kann warten. Was in zwei Wochen ist interessiert mich nicht. Ich arbeite exakt an den Terminen, die als erstes anstehen. Gezieltes arbeiten. Fokusiert auf eine große und eine kleine Fortbildung. Danach sehen wir weiter. Auch eine gute Lernerfahrung.

Ein weitere Lernerfahrung. Ich habe mein Honorar erhöht und null schlechtes Gewissen, nicht ein Fünkchen. Gutes Zeichen.

Nein, so leicht fiel mir das nicht. Ich habe viel mit Zahlen experimentiert. Auch im Backend auf meiner demnächst neu gestalteten Website Honrare hinterlegt. Dann eines Nachts, die Glühlampe und ein wohliges Gefühl. Es hielt bis zum Schreibtisch. Ich schrieb die Zahl auf. Rechnete noch ein wenig mit Minus und Plus Umsatzsteuer und Fahrtkosten und und. Dann stand fest, dass ist mein zukünftiges Honorar. Extra Fahrtkosten, extra Übernachtungskosten. Ein Honorar, das Luft lässt.

Gestärkt durch dieses Gefühl gleich bei einem Auftraggeber ebenfalls ein neues Honorar für 2027 eingereicht. Bin gespannt, was passiert.

Weiterbildung

Ach ja, hatte ich schon erwähnt, dass ich mich für ein paar Weiterbildungen angemeldet habe? Mir flutscht einiges durch in letzter Zeit. Freue mich wie ein Schneekuchenpferd. Die erste startet jetzt im Oktober. Die große Weiterbildung dann im Januar 2027. Viel Vorfreude.

Pendeln

An einem Freitag vor drei Wochen wurde der Patient als Wohlauf aus dem Krankenhaus entlassen. Wir befanden, dass er gar nicht wohlauf war. Seine Beine voll mit Wasser, noch immer mit Schwächeanfällen verbunden. Er traute sich nicht mehr ohne Stütze zu laufen. Überall wo er ging hinterließ er Pfützen. Nur ein Hausarzt war nicht mehr zu bekommen, obwohl wir bereits am Tag zuvor vorsprachen. Aussage: „Solange wir keinen Arztbrief haben und er noch im Krankenhaus ist können wir nichts machen“. Wir zweifelten. Am Freitag sprachen wir nochmals vor. Sowie wir den Arztbrief hatten. Legten diesen vor. Wir versuchten noch mit Bildern von Beinen und Wunden am Bauch die Notlage klar zu stellen. Doch vergebens.

Ja, wir hätten den Bereitschaftsdienst anrufen können, auch die 112 wählen. Doch es ging ja auch darum, dass ein Hausarzt kommt und weiteres in die Wege leitet. Der Sozialdienst des Krankenhauses war ja abgetaucht. Scheinbar arbeiten alle dort nur am Vormittag. Ab 13 Uhr ist es schwer jemanden zu erreichen. Im Arztbrief standen seltsame Sachen, die so nicht stimmten.

Als die Hausärztin nach dem Wochenende kam, den Patienten untersucht hatte, wies sie ihn umgehend ins Krankenhaus ein. Wir waren uns zumindest in dem Punkt einig, dass die Entlassung unverantwortlich war. Es gab noch ein paar Diskussionen wegen einiger Aussagen im Arztbrief, die noch auf einem Stand beruhten der damals vor zwei Wochen war. Also nichts mit der aktuellen Lage und den Wünschen des Patienten zu tun hatte. Sonst wäre eine ambulante Versorgung über einen Pflegedienst in die Wege geleitet worden. So hatte man das Problem, wie alles andere auch, an den Hausarzt übergeben.

Jetzt ist der Patient wieder seit drei Wochen im Krankenhaus. Die Beine sind wieder abgeschwollen. Noch immer offen, weil man sich hier nicht ganz einig ist, wie man diese behandeln soll. Die einen sagen, sie sollten ohne Verband heilen können, die anderen sagen, dass sind alte Methoden. Kommt der eine wird kein Verband angelegt, kommt der andere wird ein Verband angelegt.

Die Wunden heilen langasam, die Seele leidet.

Eine weitere Diagnose brachte weitere Medikamente. Die Sepsis zeigt ihre Nachwirkungen. Die Medikamente verurschen weitere Probleme und irgendwie dreht sich alles im Kreis. Wir beobachten mit Sorge das gesundheitliche Auf und Ab des Patienten. Fragen uns, wie es weitergehen soll. Innerhalb von diesen knapp zwei Monaten ist der Patient von einem rüstigen über 80jährigen zu einem sehr sehr alten Mann, der irgendwie dahinschwindet und mit dem körperlichen dahinschwinden auch keinen rechten Lebensgeist mehr hat. Nächste Woche wird der Patient entlassen. Ambulante Pflege in die Wege geleitet. Wir sind gespannt.

Genießen Sie den Tag, die Zeit.

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09.09.2026 – Schlummermodus

Frau Mohnblume bloggt 9. September 2026 |

Hier schlummern im Backend ein paar Entwürfe. Sie handeln vom Pendeln zwischen Zuhause, Krankenhaus, Wohnort des Patienten und Zuhause. Nachdem der Patient nochmals operiert wurde, ist er jetzt langsam auf dem Weg der Besserung.

Das Krankenhaus sieht seinen Job nun als erledigt an und möchte den Patienten entlassen. Der fragt sich gerade, wie er das Zuhause schaffen soll, wir uns auch. Denn es gibt noch ein paar Symptome und mechanische Wunden, die uns zweifeln lassen. Gesund und Fit sieht anders aus. Was uns große Sorge bereitet ist, dass der Kampfgeist des Patienten sich verflüchtigt hat.

Noch vor drei Wochen, nach der ersten OP konnte er es gar nicht abwarten nach Hause zu kommen, inzwischen ist das anders. Uns bereitet Sorge, dass die Symptome, die die Sepsis hinterlassen hat, nicht behandelt werden. Neben den Wunden, die die vierte OP hinterlassen hat.

Wir hoffen auf stationäre Reha und wieder mehr Lebensfreude.

Werkstattarbeit trotz Sommerpause, Urlaub, freie Zeit

Zwischendurch habe ich versucht all die Dinge zu erledigen, die ich mir vorgenommen hatte. Einiges konnte ich abarbeiten, einiges ist noch immer so, wie vor der Sommerpause. Die berufliche Website freut sich über eine Überarbeitung. Meine Anmeldung zu einer großen Weiterbildung wurde angenommen. Ich freu mich sehr. Verbunden mit großer Sorge, ob sich das, was ich vorhabe, also die Refinanzierung der Weiterbildung auch umsetzen lässt. Denn im Augenblick ist es so, dass das letzte Halbjahr – ab Oktober stapeln sich hier die Termine bis Dezember – gut gebucht ist. Für 2027 sieht es da, mhm, ja, also, düster aus.

In der Schublade schlummern Postkarte für die Akquise, die mögen noch in die Welt hinaus, um kund zu tun, dass es mich gibt und was man bei mir so buchen kann. Ich habe auch ein wenig mit Chatgpt herumgespielt. Lustigerweise, habe ich dabei entdeckt, dass ich ein Standbein aufgeben möchte oder anders gesagt, ich habe mein Profil geschärft, verändert, weiternentwickelt. Das hat auch mit der großen Weiterbildung zu tun. Ich habe große Lust auf viele andere Dinge und mich dabei mehr zu spezialisieren.

Mich heute auch mit einer Fortbildung beschäftigt, die Ende September ansteht. Den Kunden wollte ich eigentlich morgen anrufen. Sie hat sich dann just in dem Moment gemeldet, als ich noch überlegte, ob heute oder morgen. Die Fortbildung passt in mein neues Portfolio. Diese Fortbildung könnte auch das Zeug dazu haben, mir neue Kundinnenkreise zu erschließen, die ich für die Weiterbildung brauche. So ganz nebenbei, bei der Planung gemerkt und beim Gespräch zur weiteren Abstimmung, wie sehr ich mich auf das Thema freue. Sehr gespannt auf den Tag, an dem ich tierisch aufgeregt sein werden, weil so noch nicht durchgeführt und gleichzeitig auch die Freude dabei, dass es gut werden könnte. Ich habe mich sogar getraut, zu sagen, dass noch Umsatzsteuer draufkommt, was bei dem Angebot noch nicht genannt war, weil ja da noch die Kleinunternehmerregelung galt.

Heute auch die Erfahrung gemacht, von der schon einige Kolleg*innen berichteteten, Steuerberater nehmen derzeit keine neuen Mandaten an. Ich habe jetzt einen Termin beim Finanzamt. Ob sie mir weiterhelfen können, weiß ich nicht, ich hab’s dann wenigstens probiert.

Noch versuche ich so eine Mischung aus Urlaub und Arbeit hinzubekommen. Als weniger Arbeit mehr Urlaub. Es gelingt nur nicht so richtig.

Eine weitere berufliche Website läuft noch nebenher. Diese hatte ich etwas aus den Augen verloren. Im Augenblick erfreut auch sie sich einer Wiederbelebung. Irgendwann in ferner Zukunft könnte dieses Geschäftsmodell zum Hauptstandbein werden. Das ist zumindest der Plan. Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt. Das Leben kann morgen schon ganz anders aussehen.

Das ist zumindest der Stand der Dinge bis heute. Jetzt geht es daran den gebackenen Kuchen aus der Form zu bringen und den Feierabend einzuläuten.

Schlumpfen Sie schön.

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25.08.2026 – Sommerpause? Ab 80 – Abschreibung?

Frau Mohnblume bloggt 26. August 2026 |

Sommerpause?

Mein Mann und ich pendeln gerade zwischen Zuhause und Krankenhaus, Krankenhaus und Wohnort des Patienten und Zuhause.

Wir machten uns große Sorgen.

Nachdem der Patient vor einer Woche nach einer OP gesund und munter entlassen wurde, verschlechterte sich sein Zustand ab Dienstag zusehends. Er fuhr am Entlassungstag auch schon wieder mit dem Rad zum Einkaufen. Am Mittwoch kam ein Anruf. Wir müssen kommen, er sei umgekippt. Wir kamen, stellten ihn wieder auf die Füße, konnten noch normal mit ihm reden. Das Prozedere wiederholte sich die nächsten Tage, der herbeigerufene Hausarzt half mit Rezepten aus. Bei der dritten Wiederholung sprachen wir ein ernstes Wort mit dem Patienten, der dann selbst die Rettung rief. Die brachten ihn ins Krankenhaus. Noch immer konnte er sich verständlich artikulieren. Es waren die Schwächeanfälle, die uns und ihn sorgten sowie die Schmerzen im ganzen Körper.

Am Abend besuchten wir ihn auf der Station brachten Dinge vorbei. Da fielen uns erste Anzeichen verwaschener Sprache auf. Einen Arzt konnten wir nicht mehr sprechen.

Am Tag darauf bestanden wir auf ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt. Denn der Patient war zunehmend desorientiert, verlangsamt, in der Aussprache kaum noch verständlich.

Wir waren alarmiert, in noch größerer Sorge.

Das Gespräch mit dem Arzt verlief, nun ja, suboptimal. Wir bekamen erklärt, was gemacht wurde, wir mussten erklären, dass der Zustand des Patienten nicht normal ist und sich über Nacht ziemlich verschlechtert hatte. Nein, er war vorher weder verwirrt noch desorientiert, hatte keine verwaschene Aussprache. Am Abend zuvor deutete die Krankenpflegerin eine Sepsis an. Ich googelte die Symptome des Patienten mit der schweren Infektion. Die KI brachte ebenfalls eine „kalte“ Sepsis ins Spiel. Wir sprachen den Arzt daraufhin an. Dieser versteifte sich darauf, dass eine Sepsis ja immer mit Fieber einhergehe. Es ließ nicht davon ab.

Am Ende blieben wir mit einer vagen Zusage über weitere Untersuchungen zurück und hatten im Verlauf des Nachmittags zunehmend das Gefühl „der lästigen Angehörigen“.

Am nächsten Tag sammelten wir Beweise für den dramatischen geistigen Abbau des Patienten. Ja, der Patient ist über 80 Jahre, doch er hat bisher noch alles gut alleine erledigen können und die Menschen um ihn herum konnten ihn gut verstehen. Er redete auch nicht zusammenhangslos daher. Vor seiner OP, die jetzt eine Woche her ist, fuhr er mit dem Rad zum Hausarzt, zum Einkaufen, zu seiner Wiese, um seinem Hobby nachzugehen, zu uns.

Wir sprachen mit dem Hausarzt. Kontaktierten erst die Station zwecks weiterer Informationen und Verlauf der Behandlungen. Kamen leider zu keinem Ergebnis. Es wurde uns zugesichert, dass ein Neurologe den Patienten untersucht, aber ob heute oder morgen, wer weiß das schon. Danach kontaktierte MonAmour die Beschwerdestelle des Krankenhauses. Daraufhin bekamen wir ein Gespräch mit einem zuständigen Arzt. Er erklärte, wir erklärten. Ja, wir kommen heute noch vorbei.

Innerhalb einer Stunde rief dann der Patient selbst an. Die Kommunikation wieder etwas klarer. Noch immer beunruhigend.

Später im Krankenhaus

Der Patient war wieder klar zu verstehen. Zwischendrin noch immer verwirrt. Auch der Eigensinn war wieder da. Eine Schwester, die wir trafen, fragten wir nach dem zuständigen Arzt und baten um ein Gespräch. Wir hatten einen Zeitraum genannt bekommen, von wann bis wann ein Arzt auf Station ist. Das Verhalten der Pflegerinnen uns gegenüber, sehr verhalten. Der Wunsch des Patienten nach einem wärmeren Wasser wurde geflissentlich ignoriert. Erst eine andere Pflegerin ging darauf ein. Auf der Wasserflasche war bereits ein Vermerk, dass das Wasser erwärmt sein soll und nicht eiskalt. Möchten wir böses unterstellen …

Wir verweilten solange beim Patienten bis ein Arzt zu sprechen war. Das Gespräch verlief für uns alle zufriedenstellend. Wir wissen jetzt, so dachten wir, was die Verwirrtheit und die verwaschen Sprache verursacht hat. Hier kamen zwei Dinge zusammen, die schwere Infektion, die sich nach der Entlassung entwickelte und Wassermangel. Wir kennen den weiteren Behandlungsplan. Für den Notfall hatten wir die Vorsorgevollmacht dabei. Wir brauchten sie nicht. Wir gingen freundlich auseinander, bedankten uns für die Information.

Auf dem Weg nach unten kamen wir an Pflegerinnen vorbei, das Gespräch wurde leiser, wir wurden beäugt. Wir könnten jetzt böses denken … wollen wir aber mal nicht tun.

Es ärgert mich, uns, dass wir erst Rabbatz machen mussten, um zu verdeutlichen, dass etwas nicht stimmt, um Antworten zu bekommen, um Gespräche zu bekommen, um im Beisein des Patienten informiert zu werden.

Die Erfahrung hat bei mir dazu geführt, dass ich eine Vorsorgevollmacht erteilt habe sowie eine Patientenverfügung unterschrieb. Formulare gibt es bei den Verbraucherzentralen.

Ein Anruf

Am Nachmittag, also heute, bekamen wir zwei Anrufe. Einer vom Patienten, der uns die Laborergebnisse mitteilte. Es liegt eine Sepsis vor, neben der schweren Infektion. Er hatte wegen der Infektion Penecillin bekommen, die hat wohl die Sepsis mit eingedämmt. Jetzt wird auch diese behandelt.

Später rief der Sozialdienst an. Man könne den Patient aufgrund seiner medizinischen Indikation nicht auf der geriatischen Station aufnehmen. Ob er denn einen Pflegegrad hätte, ob wir einen beantragen mögen. Wieder erklärten wir, dass der Patient bisher sehr gut allein zurecht kam, erst im Verlauf der Woche aufgrund der Infektion und Sepsis so abgebaut hatte, er jetzt schon wieder mit seinen Krücken herumlaufe, die er vorher auch nicht gebraucht hatte. Er am Montag noch Rad fuhr, sich gut selbst versorgen konnte und wir hoffen, dass dies wieder so sein wird.

Ehrlich – ich hatte nicht das Gefühl, dass der Sozialdienst uns glauben schenkte. Er erklärte sich nochmals bereit, falls es notwendig sein sollte, uns beim Beantragen eines Pflegegrads zu helfen. Denn man müsse ja entscheiden, was geschieht, wenn er entlassen wird, was ja schnell geschehen kann, da ja die Station nur für Akutbehandlungen sei.

Bisher haben wir zusammen mit dem Patienten immer eine Lösung gefunden, wenn nach Krankhausaufenthalten, wie beispielsweise nach dem Radunfall, eine Pflege oder Reha angesagt war. Wir werden, wenn notwendig wieder eine Lösung finden.

Verstehen Sie mich nicht falsch, aber mir zeigt das ganze, eigentlich nur, wie verloren alte Menschen in diesem Krankensystem sind, wenn niemand da ist, der für sie einsteht. Wie schnell sie als Pflegefall behandelt werden, ihr Zustand, als „normal“ eingestuft wird, obwohl er nicht normal ist.

Es hat mich auch erschreckt, als ich am Sonntagabend mit einer Dame sprach, die ebenfalls 80 Jahre alt ist, und die all dies bestätigte mit einem Satz: „Wenn du alt bist, bist du abgeschrieben“. Sie erzählte mir dann noch ein paar Krankenhausgeschichten dazu und ich frage mich, weshalb wir so mit unseren „Alten“ umgehen. Viel erschreckender ist eigentlich, dass diese Geschichten keine Einzelfälle sind.

Bitte passen Sie gut auf sich und Ihre Angehörigen auf.

Geben Sie einer Person Ihres Vertrauens eine Vorsorgevollmacht, damit diese für Sie kämpfen kann, können, wenn Sie es selbst – akutell – nicht mehr können.

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07.08.2026 – Sommer mit Pause, ein Tag ging verloren

Frau Mohnblume bloggt 7. August 2026 |
Werkstattarbeit

Mächtig aufgeregt bin ich zu diesem Workshop gefahren. Im Gepäck „Selbstfürsorge“. Das zweite Mal, dass ich diesen Workshop halte. Einmal Online jetzt in Präsenz. Ich hatte ein paar Inhalte aus dem Onlineworkshop dabei. Einige neue Inhalte. Hatte einen roten Faden auf Papier. Die Flipcharts noch bis Abends um Acht geschrieben und gemalt. Eines nicht, dass habe ich dann noch in einer der Pausen erstellt.

Während dem Workshop öfter mal gefragt, was mache ich hier, wie gehe ich jetzt weiter vor. Am Ende dann eine etwas andere Rückmelderunde gemacht. In den Feedbackbögen dann viel gelobt worden. Einige Teilnehmer*innen haben auch noch persönliches Feedback gegeben. Mich darob sehr gefreut. Bestärkt das Thema weiter zu vertiefen. Die Antworten der Teilnehmer lassen vermuten, dass Sommer ein guter Zeitpunkt für das Thema sein könnte. Ich werde das mal prüfen.

In den nächsten Wochen kehrt hier Ruhe ein. Sommerpause. Mir fest vorgenommen, weniger zu arbeiten. Mehr Pause zu machen. Mich zu sortieren. In den letzten Tagen hat sich durch Gespräche, Ideen und Rückmeldungen von Teilnehmer*innen auch mein Profil geschärft. Ein neuer Entwurf meiner Website liegt im Backend. An dem auch in der Sommerpause gearbeitet werden soll. Ein paar Konzepte zu Workshops möchten überarbeitet werden. Blockvarianten bzw. Module der einzelnen Workshops möchte ich überarbeiten. Praxistauglicher. Mehr zum Profil passend. Kein höher schneller lauter.

Die Steuererklärung steht ebenfalls an. Festgestellt, dass mein Stauts sich schon letztes Jahr im November geändert hat. Das hat Auswirkungen auf die Rechnungsstellung.

Nun denn

Die Deutsche Rentenversicherung hat den Widerspruch abgelehnt. Der Anwalt wird Klage einreichen. Der Auftraggeber hat angeblich nichts bekommen. Wenn die Klage eingereicht ist, muss er sich äußern. Vielleicht verliere ich diesen Auftraggeber. Damit wird mein Kalender im Herbst leerer. Und so wie ich diese Zeilen schreibe, kommt auch schon eine Liste mit Kitas rein, die sich Medienkompetenztage wünschen.

Jetzt gibt es zwei Szenarien. Die Aufträge bleiben erhalten, damit wird der Kalender voller. Die Aufträge gehen flöten, der Terminkalender wird nur ein wenig voller.

Nichtsdestotrotz wird es Zeit, dass ich mal wieder Akquise betreiben sollte. Aktiv. Ich werde wieder Postkarten drucken lassen und versenden. Und wenn ich mir den Spaß erlaube diese extra an einem öffentlichen Briefkasten, wie damals bei meiner ersten Postkartenaktion, am Hauptmarkt einzuwerfen, werden wieder einige erstaunte Blicke auf dem Stapel Postkarten gerichtet sein, der dann im Briefkasten verschwindet. Das Staunen und Wundern ist bei den Menschen zu sehen, die klammheimliche Freude über ihre Gesichter, gehört ganz mir.

Es würde mich ehrlich interessieren, was sich wohl das Paar gedacht hat, als sie es mich mit dem Stapel von über 100 Postkarten zum Briefkasten gehen hat sehen. Die Blicke waren unbezahlbar. Mein Grinsen beim Einwerfen wohl auch.

Bekommt ja keiner mit, wie viele Werbebriefe eine Firma versendet, um auf sich aufmerksam zu machen. Das da mehrere Postsäcke in die Briefkästen der einzelnen Verbraucher versendet werden, wenn kümmerts. Jeder sieht ja nur seinen eigenen Werbebrief.

Der verlorene Tag

Keine Ahnung wie das Geschehen konnte. Gestern ein wenig erstaunt darüber, dass der Lebensmitteldealer vor der Tür stand. Ich hätte ihn schon fast gefragt, ob er sich im Tag geirrt hat. MonAmour war nicht überrascht. Ich rätselte noch. Nachdem wir unsere Bestellung erhalten hatten und der Mann wieder weg war, fragte ich MonAmour, warum der Mann jetzt am Mittwoch schon da war. MonAmour meinte es sei schon Donnerstag. Ich hatte schon am Tag davor, also vorgestern, gerätselt, wieso am Dienstag im Vorabendprogramm die Mittwochsserie kommt. Ich war verwirrt, dachte an Sommerloch. Darauf, dass mir ein Tag abhanden gekommen ist, kam ich gar nicht.

Da ich seit einigen Wochen schon keinen Alkohol mehr konsumieren, kann es nicht daran liegen. Vermutlich war der TÜV-Tag schuld daran. Wir waren Montags beim TÜV, das Alltagsauto und eines der fünf Freunde, wollten geprüft werden. Danach folgte eine Ausfahrt mit dem Oldtimer. An den Tag kann ich mich erinnern. An den Dienstag irgendwie so überhaupt nicht. Der Tag ist völlig aus meiner Erinnerung entschwunden. Vielleicht die Hitze, vielleicht die viele Zeit am PC – ich arbeite an neuen Ideen, der Aquise, Rezensionsexemplaren. Oder ich habe aufgrund des TÜV-Tags und der Ausfahrt einfach am Dienstag neu mit der Zeitrechnung begonnen.

Nun denn, seit gestern bin ich jetzt auch bei Freitag angekommen. Wochenende.

Zeit für Urlaub, wenn der Geist nicht mehr mitmacht. Nächste Woche Freitag startet die Auszeit.

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