01. & 03. September – München
Die letzte Woche damit verbracht eine Fortbildung vorzubereiten. In Arbeit versunken, ab und an aufgetaucht daraus. Am Sonntagabend dann nach München gefahren. Genauer München Lochhausen. Ein wenig außerhalb. Die Vorbereitung hat sich gelohnt. Die Kunden sind mehr als zufrieden. Sie konnten nicht glauben, dass ich diese Fortbildung zum ersten Mal mache. Dementsprechend aufgeregt war ich dann auch, die ersten 2 Stunden. Ich bin beseelt.
Obwohl es erst Dienstag ist fühlt es sich gerade sehr nach Freitag an. Ich bin schon bereit für das Wochenende. Beseelt vom Feedback und sehr erschöpft vom Workshop. Deshalb sehr froh, dass ich noch eine Nacht gebucht habe.
Ein wenig Nörgelei
Das Hotel, indem ich übernachte, liegt super. Was weniger super ist, es ist erst zu den Betriebszeiten des Restaurants jemand da, der zuständig ist. Das hatte ich leider nicht am Schirm, als ich mich für die Abreise fertig mache. Das Gepäck ins Auto. Zum Bäcker gegenüber und ein kleines Frühstück zu mir genommen. Geplant war das irgendwie anders, aber nun ja.
Aus Zitronen Zitronenlimonade machen, ist das Motto gerade. Ein kleiner Spaziergang zur Kirche. Dort steht eine Bank unter einem Baum. Diese Bank nutze ich, um an einer der Rezensionen zu arbeiten. Gegen 10 zurück zum Hotel. Es sind nur die Raumpfleger da. Eigentlich möchte ich mein Tiefgaragenpfand haben und eine Rechnung. Mit dem Tiefgaragenpfand kann man dienen, mit der Rechnung nicht. Die/der Zuständig wird wohl erst zu Beginn der Küchenzeiten auftauchen. Bis dahin möchte ich nicht mehr warten. Also setze ich mich ins Auto. Ich will über Landstraße fahren. Hatte eigentlich eine frühzeitige Abfahrt geplant, da ich noch etwas Sightseeing anhängen hätte wollten. Aber nicht den ganzen Tag dafür verbrauchen wollte, um nach Hause zu kommen. Nun ja. Sightseeing fällt dann aus. Es zieht mich, wie immer nach Hause. Ich halte noch nicht einmal mehr zum Einkaufen an.
Learning für mich, wenn ich Sightseeing plane, dann vielleicht doch nochmal eine Nacht mehr. Ärgere mich über mich selber, weil am Abend vorher nicht runter, um nach Rechnung zu fragen. Vor allem, weil ich ja noch den Sonderwunsch gehabt hätte, die Rechnung aufzuteilen. Später, Zuhause, dann eine Mail geschrieben. Mal sehen was passiert. Bisher jedenfalls nichts.
Bereits beim Einchecken war offensichtlich, dass die Zimmer nur ein Nebenprodukt sind. Sind halt schon da. Das Restaurant ist das Hauptgeschäft. Auch wenn die Zimmer schön sind, aber als Gast, der auch noch Informationen zu Wlan und Stellplatz möchte, eher lästig zu sein, nicht gerade ein gutes Gefühl. Man hätte diese Informationen ja auch im Zimmer auf einem Blattpapier deponieren können. Bei Nachfrage wurde mir gesagt, es wäre jemand am Mittwoch da, der mir mein Pfand zurückgibt und bei dem ich die Schlüssel abgeben kann. Daher bin ich eben nicht am Dienstagabend ins Restaurant, um neben den vielen Essen auch noch mein Recht als Zimmergast zu beanspruchen und den Wunsch nach Rechnung zu äußern.
Da ich nicht im Restaurant verweilte und keine Essen zu mir nahm, also nur das im Supermarkt erworbene, falle ich unter Nebenprodukt. So fühlt es sich zumindest an. Ich kann ja verstehen, wenn man als Koch und Chef mehr auf das Restaurant fixiert ist. Wenn ich jedoch Abreisezeiträume habe, dann erwarte zumindest ich, dass auch jemand da ist, der nun ja, all die Formalia erledigen kann und nicht das Pfandgeld aus seiner eigenen Geldbörse entnehmen muss. Vielleicht ist ja auch mein Anspruch zu hoch.
Ganz abgesehen davon wäre dieses Geplänkel mit dem Tiefgaragenöffner und dem Pfand gar nicht nötig gewesen, weil das Tor, außer bei meiner Ankunft, die ganze Zeit offen stand. Morgens als ich um 7:15 Uhr das Haus verließ und nachmittags ebenfalls. Jedenfalls zu den Geschäftszeiten der umliegenden Ärzte und Geschäfte. Da sich dort auch die Kundenparkplätze befinden.
Im Nachhinein hätte ich vielleicht doch das andere Hotel, welches ebenso in meiner Auswahl stand, nehmen sollen. Die Website war vielversprechend. Sollte es mich nochmal dorthin verschlagen, werde ich dieses wählen.
Zumindest wird eines meiner Kriterien, neben den anderen Kriterien, nach denen ich Hotels im Internet auswähle, „mit Frühstück“ sein. Vielleicht ist das dann der Hinweis, dass dann auch jemand da ist, der sich um die Formalia kümmert.
Ansonsten war es sehr angenehm im Hotel. Für Reisende, die mit dem Zug kommen, ebenfalls gut zu erreichen. Ich hätte auch vom Hotel zur Kita laufen können, ca. 15 Minuten zu Fuß, vom Weg kürzer als mit dem Auto. Es war ein Auswahlkriterium. Hätte auch funktioniert, wenn nach dem ersten Tag nicht mein Perfektionismus zugeschlagen hätte, der mich am Abend noch einige Flipcharts schreiben bzw. malen ließ. Nun ja.
Für Selbstversorger, so wie mich, lag das Hotel ebenfalls angenehm, da Metzger und Bäcker sowie Supermarkt ebenfalls sehr nah und fußläufig zu erreichen waren. Hat man ja auch nicht immer.
Gartengeflüster
Die Tomaten haben bzw. geben noch alles. Zwischen den Vorbereitungen zur Fortbildung viel Tomatensoße gekocht und eingefroren. Wir sind jetzt gut versorgt. Auch die Stangenbohnen haben uns reich beschenkt. Auch diese eingefroren. In der nächsten Woche werde ich Rotkohl ernten. Die roten Beete sind bereits eingemacht. Insgesamt 10 Gläser sind es geworden. Ein paar der Rüben stecken noch in der Erde und dürfen noch ein wenig wachsen. Nach der Ankunft und Auto leeren eine Runde durch den Garten. Die Tomaten hängen voller Früchte, die Bohnen sind reichliche gewachsen. Die Beikräuter auch.
Ist es eine Frage des Alters?
Während ich in den Kursen gerne mit den Teilnehmer*innen ausmache, ob wir und duzen oder siezen möchten und ich dann so oft wieder ins Sie verfalle. Merke ich, dass ich in Geschäften, Hotels oder anderswo nicht so gerne ungefragt mit Du angesprochen werden möchte. Es stellt mir zu viel Nähe her, die ich erst einmal nicht haben möchte.
Ich merke das auch in den Workshops. Wenn ich ins „Euch“ falle, dann weiß ich, dass es dieses Arbeitsdu ist, welches auch gut passt, wenn ich auch bei der Ansprache der ganzen Gruppe beim Sie bleibe, passt das Arbeitsdu auch nicht. Oft entscheidet es sich in den ersten Minuten aufgrund der Atmosphäre im Team bzw. im Haus.
Es ist immer wieder faszinierend wie sehr ich die Atmosphäre, selbst in einem „leeren“ Haus spüre. Wir waren schnell beim Arbeitsdu, während mir das Arbeitsdu im Hotel, als ich nach dem Zimmer fragte, kurz stutzen ließ.
Selbst auf meiner beruflichen Website fällt mir dieses „Du“ in den Beiträgen nicht so leicht. Manchmal fließt es dann doch ein. Manchmal verwende ich beides Sie und Du. Eben weil ich mich da noch nicht entschieden habe und gleichzeitig weiß, dass ich die Menschen, wenn ich sie treffe erst einmal sieze. Dieses generelle Du, ist irgendwie nicht mein Ding. Bei manchen Menschen bleibe ich dann auch konsequent beim Sie.
Neue Themen
Während der zwei Tage Workshop kamen auch ein paar Themen zur Sprache, bei denen ich gerne tiefer eingestiegen wäre. Mir dann gleich eine Notiz gemacht, diese Themen auch offiziell anzubieten. Ein Thema hat mich überrascht. Ein Bildungsbereich, von den elf genannten Bildungsbereichen im Bildungs- und Erziehungsplan, ist Mathematik. Während des Workshops merkte ich, wie sehr ein Teil meines Herzens für diese alltagsintegrierte mathematische Bildung brennt und wie viel Lust ich hatte, dieses ebenfalls vertiefender zu behandeln, als ich es eh schon tat.
Ganz abgesehen davon fällt mir gerade auf, wie sehr mir diese en passant Bildung bei Kindern am Herzen liegt. Es schaut so aus, als hätte ich ein paar neue Themen, die sich gut als Workshops konzipieren lassen. Ich habe da ein paar Ideen.
