10.04.2026 – Heiß, kalt, warm, heiß, kalt, warm…
Hitzeattacken wechseln sich mit Kälteattacken ab. Erst rinnt mir der Schweiß von der Stirn, dann ist mir kalt. Die Attacken kommen jetzt öfter. Und von der Laune wollen wir mal gar nicht reden.
Schreibtischarbeit
Ich schaue Filme, die ich rezensieren darf. Nebenher versuche ich eine Ausschreibung für einen Fachtag zu schreiben. Überlege, was ich nächste Woche als kdc beim ersten Praxistreffen mache und versuche eine Onlinefortbildung zu optimieren. Ach ja, dann überlege ich, ob ich nun doch den Tarif wechsel, damit ich das Mobilephone als Hot Spot verwenden kann, falls mal wieder das Internet hier Hitzewellen hat. Geht, geht nicht, geht, geht nicht …
Angstanflüge
Meine erste Panikattacke, ich nenne es mal so, in meinem Leben ereignete sich auf einer Tiefgaragenausfahrt. Ich musste auf der Schräge anhalten, mit einem Auto, dessen Kupplung sehr spät kam. Ich saß gefühlt 10 bis 15 Minuten in dem Auto und konnte nicht weiter. Mir brach Schweiß aus, mein Herz hämmerte, ich zitterte und konnte nichts tun. Ich versuchte zu atmen, versuchte mich zu beruhigen, versuchte irgendwie zu funktionieren. Versuchte ab und an die Kupplung kommen zu lassen und hatte Angst davor nach unten zu rollen, das Auto nicht stoppen zu können, nichts kontrollieren zu können. 10 Minuten vieleicht auch mehr. Ich weiß es nicht. Irgendwann hatte ich mich soweit beruhigt. Irgendwann schaffte ich Kupplung und Handbremse und Gang zu kontrollieren und loszufahren. An der nächsten Ampel fing mein Körper unkontrolliert an zu zittern und ich hielt erstmal an. Froh aus der Gefahrenzone gekommen zu sein. Und ja, ich hatte wirklich überlegt einfach auszusteigen, das Auto einfach dort stehen zu lassen. Mitten auf der Schräge in der Tiefgaragenausfahrt.
Ich dachte ich hätte es hinter mir. Das Auto ist schon lange verkauft. Inzwischen fahren wir ein anderes, dessen Kupplung leicht kommt, der sich gut bedienen lässt, der sich mit der Kupplung halten lässt, der bei leichten kommen der Kupplung anfährt, rollt, nach vorne rollt im ersten Gang. Anders als der andere, mit dem ich auf der Schräge stand, der viel Gas zum Anfahren brauchte. Doch seitdem werden kleinste Auffahrten zum Problem.
Letztens im Stau, es ging eine leichte Anhöhe hinauf. Hinter mir ein Käfer. Wieder Glück mit dem Fahrer. Er hielt genug Abstand. Ich hatte viel zu halten und anzufahren. Und saß mit Sorge im Auto, weil ich immer noch diese Angst spüre, die mir das Anfahren am Berg so schwer macht. Da saß ich und betete darum, ich möge nicht mehr anhalten müssen bis wieder ein grades Stück kommt. Solange das Autor rollt ist alles ok, es ist das Anfahren am Berg, was mir Sorge bereitet, mich in Ängste versetzt. Kurz vor Einfahrt in den Kreisel dann eine Fußgängerin, die über die Straße ging, ich hielt an und spürte dieses aufsteigende Gefühl, dieses irrationale Gefühl, welches mich zittern und schwitzen ließ. Ich schaffte es, zum Kreisel hinaus auf die Landstraße atmete, viel.
Irrational
Heute wieder im Auto, wieder eine leichte Anhöhe und wieder dieses Gefühl. Dieser Anflug von Panik. Ich testete, ob ich es schaffe. Bereitete mich gedanklich auf den Anfahrtsvorgang vor. Beobachtete die Autos vor mir, den Hintermann. Ging gedanklich durch, was zu tun ist. Als die Ampel dann auf Grün ging, passierte etwas unglaubliches. Ich ließ die Kupplung so weich kommen, dass das Auto ohne ruckeln und mit wenig Gas anfuhr und um die Kurve rum. Nach der Sorge, die mich überkommt und die Bilder, die mich bestürmen, ein absolutes Hochgefühl. Und ich frage mich, ob ich es konservieren kann und hoffe inbrünstig, dass ich diese Panikanflüge, die ich mit viel Energie noch unterbinden kann, wieder schaffe einzudämmen.
Seit diesem Erlebnis wird jede Tiefgarage vorher, wenn möglich, inspiziert. Sofern bekannt, werden sie nach Flachheit der Ausfahrt ausgewählt. Immer in der Hoffnung auf dem Weg nach oben nicht auf der Schräge stehen bleiben zu müssen und keinen Hintermann zu haben, wenn ein Hintermann da ist, steigt sofort das Gefühl hoch, bestürmen mich Bilder und ich kämpfe gegen die Panikanflüge an.
Der Hintermann damals stob fluchend an mir vorbei und davon. Der andere war noch hinter der Schranke und erkannte wohl meine Not. Er ließ mir die Zeit, die ich brauchte. Noch heute sehr dankbar dafür.
Demnächst
Demnächst bin ich wieder in Bamberg, mit dieser Tiefgarage, die einst meine Lieblingstiefgarage war, als ich dort studierte, und in der ich seither nicht mehr geparkt habe beziehungsweise, die ich, als ich doch dort parken musste auf Umwegen durch die Parkebenen auf der anderen Seite verließ, mit weniger Schräge. Ich bin in dieser Stadt, die ich so mag, zu einer dreitägigen Fachtagung. Die Stadt besteht aus vielen Hügeln. Das Hotel ist irgendwo in der Innenstadt, nicht weit vom Dom. Sehr steil dort.
Eigentlich wollte ich mit dem Zug fahren, doch dann kam mir ein Termin am Ende der Tagung dazwischen. Dort mit dem Zug hinzukommen ist möglich, aber unsinnig. Denn ich fahre von Bamberg bis Fürth, also kurz vor Nürnberg, steige dort um, fahre nach Neustadt an der Aisch, um dann entweder in ein Taxi zu steigen um zum Termin zu kommen oder zu hoffen, dass der Bus so wie geplant abfährt. Abends dann entweder Taxi oder Bus.
Mit dem Auto fahre ich einfach von Bamberg zum Kunden, muss aber gucken, dass ich das Auto in einer Tiefgarage geparkt kriege, während der Tagungszeit und dem Hotelaufenthalt. Ich habe ernsthaft Sorge vor diesen Anflügen. Vielleicht findet sich eine Alternative.
Irgendwann im Mai bin ich im Allgäu. Ich habe keine Ahnung, was mich an Fahrtstrecke erwartet. Schon jetzt, überlege ich, wie ich Berg- und Talfahrt überstehe. Und nein, die Öffentlichen sind gerade keine Option. Vielleicht wird das ganze eine Anfahrtsalptraum, vielleicht aber auch eine Therapiemaßnahme.
Und sonst
Und sonst nimmt mir mein Knöchel Gartenarbeit übel. Das Knien mag er nicht, wie er jetzt seit zwei Tagen kundtut. Doch die Beete möchten vorbereitet werden. Das Gemüsebeet hat sich bereits wieder viele Wiesenblumen zugelegt. Dieses Jahr soll es wieder Kartoffeln beherbergen. Die Kartoffeln sind bereits angekommen und müssten demnächst in die Erde.
MonAmour hat eine neue Beeteinfassung gezaubert. Die alte Beeteinfassung ist zerbröselt und als er die Bäume dort entfernte, gab die kleine Mauer einfach auf. So besichtigten wir in Baumärkten diverse Beeteinfassungsmöglichkeiten. Entschieden uns dann für Granitsteine. Als ich letztens beim Kunden war und abends wieder nach Hause kam, hatte er die Granitsteine verbaut. Wegen des Wetters und weil der Betonmörtel feucht gehalten werden sollte, deckten wir diese ab. Seit gestern fassen sie strahlendweiß das Beet ein.
Nachdem MonAmour die Erde verteilt hatte, setzte ich dort einige Blumenzwiebeln ein. Die waren zwar für ein anderes Beet gedacht, aber jetzt dürfen sie dort wachsen und im Sommer mit ihren Blüten die Schmetterlinge, Hummeln und Bienen erfreuen.
