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27.06.2026 – Sommer in der Stadt

Frau Mohnblume bloggt 27. Juni 2026 |
Schreibewerkstatt

Letzte Woche war es an zwei Tagen angenehm. Je näher der Workshop kam, desto mehr stiegen die Temperaturen. Am Freitag dann in einer Kita-Turnhalle mit insgesamt 25 Menschen einen Workshop gehalten. Obwohl uns ab Mittag sehr warm wurde, sagte das Raumthermometer noch eine Gradzahl an, in der wir arbeiten durften.

Abschlussveranstaltung

Es endete wie es begann. Mich ehrlich gesagt sehr geärgert. Hinterher noch ein gutes Gespräch geführt. Dafür Lob von Teilnehmerinnen bekommen. Mich sehr gefreut. Noch ein paar Termine vereinbart. Beschlossen eine Karte zu schreiben und ein kleines Geschenk zu senden. Fremdscham bewältigen.

Irgendwann mal im Auto gesessen. Irgendwann lief dann das Lied von der Spider Murphy Gang: Sommer in der Stadt.* Und plötzlich war ich 30 Jahre jünger und sah mich an all den Orten in München. Bei meinem allersten Besuch eines Bekannten dort. Einzig an der Isar waren wir damals nicht.

*Link füht auf YouTube. Barni und Günther Sigl sind bei Schmidtbauer zu Besuch.

Let it be

Wir sind im Freilandmuseum. Dort findet ein Kinderfest statt. Es gibt Crepes. Alte Spiele, einen Traktorparcour (Kinderfahrzeuge) aus Strohballen. Das mobile Fahrradmuseum zeigt einen Teil seiner Sammlung und man darf besonders interessante und ausgefallene Fahrräder fahren. Ein Stück weiter ist der Eingang zum Biergarten. Wir stehen gerad vor dem Schild. Neben uns ein Kind mit seinem Vater. Aus dem Biergarten ertönt Keyboardmusik. Das Kind zum Vater: „Das ist schön.“ Er völlig cool: „Das ist „Let it be“. Sie erstaunt: „Du kennst das Lied???“ Er leicht amüsiert: „Ja, das ist von den Beatles.“ Ich grinse mir eins.

Die Beatles faszinieren noch immer.

Mich hätte wirklich sehr interressiert, wie das Kind auf die Info reagiert hat, als sie erfährt, dass das Lied vor 57 Jahren die Welt eroberte. Also kurz vor meiner Geburt und weit vor der Geburt des Vaters von dem Kind. Doch leider zog es uns weiter. Ich habe keine Ahnung, wie es weiterging.

Miau

Seit Wochen zieht hier eine Katze durch die Gegend, die laut und vernehmlich miaut. MonAmour findet sie hört sich eher wie ein heißeres Schaf an. Jeder/Jede in der Nachbarschaft überlegt, wem gehört das Tier, warum miaut es, was fehlt dem Tier, fehlt ihm was, was ist der Grund?

Ich sitze, oh wunder (kam bisher nur einmal vor oder so), mal frühmorgens als noch Schatten auf die Sitzplätze und die Terrasse fällt, auf der Terrasse mit meinem Morgenkaffee. Ich lese. Aus den Augenwinkeln nehme ich einen schwarzen Schatten wahr.

Es ist die Katze mit ihrem grünen Halsband. Die, die miaut.

Sie sitzt vor dem Wassernapf, den ich vor die Treppen der Terrasse platziert habe, für Igel, Vögel, Katzen, Mäuse eben alles, was Wasser braucht. Insgesamt stehen hier mehrere Gefäße Wasser in verschiedenen Höhen für die Tiere des Gartens und der Luft zur Verfügung. Sie trinkt. Ich versuche still zu bleiben, mich wenig zu rühren. Dann ist sie fertig mit Trinken, setzt sich vor die Stufen schaut mich an, ich schaue sie an, dann schaue ich weg. Sie beobachtet mich, ich gucke wieder, wir schauen uns eine Weile an, dann dreht sie sich um und geht. Irgendwann später miaut sie wieder. Irgendwann ist es still.

Ruhelos durch die Nacht

Irgendwann in der Nacht, wandert sie wieder durch die Gärten. Laut miauend. Ruhelos. Mal ist das miauen direkt vor der Tür, mal weiter weg, mal gar nicht da. Sie dreht ihre Runden, miauend. Klagend. Suchend. Kräftig und doch langsam heiser werdend. Irgendwie.

Mich wundert, dass sie mich so lange gewähren ließ.
Das letzte Mal, als sie laut miauend im Nachbarsgarten saß, versuchte ich mich ihr langsam zu nähern, war sie bereit mit anzugreifen, starrte mich an, bereit zum Sprung, um dann doch abzudrehen und laufend den Rückzug anzutreten.

Die Erfahrung machen alle, die versuchen, sich ihr zu nähern. Niemand weiß, was ihr fehlt. Von außen betrachtet, sieht sie gesund aus. Vielleicht sucht sie einen Partner, vielleicht hat sie ihren Partner verloren, vielleicht ist es auch was ganz anderes.

Beim Optiker

Seit einigen Monaten denke ich darüber nach mir eine Sonnenbrille zu holen, seit einiger Zeit auch, über eine neue Brille. Erster Aufschlag beim Optiker: Brillen raussuchen. Eine Fernbrille. Ein weiteres Gestell für die Sonnenbrille. Von den gängigen Sonnenbrille war keine dabei, die gefiel. Der Berater darf noch keine Sehtests durchführen. Also Termin für Samstag ausgemacht. Heute dann frühmorgens zum Optiker. Ich treffe zusammen mit dem Besitzer des Ladens ein. Zu früh. Ich schlage vor, dass ich warte. Er schlägt vor, dass ich reinkomme, mich hinsetze und einen Kaffee trinke. So ist es dann auch.

Die Beraterin ist schon da. Es folgt der Sehtest, dann das Überlegen, welche Gläser. Bei der Sonnenbrille noch um die Farbe Grün oder Braun. Ich mag ja braun lieber, ist einfach wärmer vom Ton. Entscheide mich auch zuerst dafür. Später entscheide ich um, auf grün. Das Grün verfälscht die Farben nicht so. Kurz scherzen wir, ob vielleicht doch lieber rosarot. Sie hat da was im Angebot. Sie geht an eine Schublade und holt tatsächlich rote Gläser raus. Ich teste. Oha, kann man mal machen, aber wer will schon alles in einem lilarot Ton sehen. Ich teste nochmal Grün und Braun. Am liebsten beides. Entscheide dann spontan für Grün. Sollte ich später doch Braun haben wollen, darf ich es noch ändern. Das ist im Preis mit drin.

Was mich sehr erstaunt, dass ich mit der neuen alten Stärke die kleinste Schrift auf der Probebroschüre lesen kann. Klarer als mit der Lesebrille. Das wird in einem halben Jahr oder so, die nächste Investition.

Gartenzaungeplauder

Das Gemüse stöhnt. Wir entschließen uns am Nachmittag, frühen Abend kräftig zu wässern und setzen das Wasserregengerät ein.

Abendmahl: Salat aus dem Garten.

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16.06.2026 – Was war jetzt nochmal

Frau Mohnblume bloggt 17. Juni 2026 |

Ich lese etwas. Habe einen Gedanken dazu. Möchte Ihnen diesen gerne erzählen. Finde im Backend den Entwurf vom 10.06. und mit dem Veröffentlichen ist dann auch schon der Gedanke weg.

Gartenzaungeplauder

Die Erdbeeren im Garten eskalieren. Gestern eine ganze Schüssel gezupft. Nein, ich mag noch immer keine Erdbeermarmelade.

Ein Teil unseres Salats verwelkt, weil irgendeine Käferlarve die Wurzeln frisst. Inzwischen ist ein Teil des Salats immerhing soweit, dass er geerntet werden kann.

Schreibtischwerkstatt

Gestern bei einem Kunden gewesen. Dort gleich nachgefragt, ob den ein anderer Kunde sich dort melden dürfte zwecks Fragen zu offener Arbeit. Dürfen sie. Schön. Ich darf auch nochmal kommen. Auch schön.

Weitere Bücher bekommen. Selbstgekaufte und Rezensionsexemplare. Viel Lesestoff.

Mein Hirn möchte gerne an dem neuen Thema arbeiten. Die nächste Fortbildung hat jedoch ein anderes Thema. Eines, das ich schon öfter gemacht habe. Das findet mein Hirn gerade nicht so prickelnd, obwohl ich thematisch neue Themen mit drin habe. Mhm.

Meine Workshopvorbereitung und mein Hirn haben sich darauf geeinigt, sich das Leben nicht allzu schwer zu machen. Der Workshop wird alte Komponenten beinhalten, neue Komponenten dazu bekommen. Die TN werden viel selbst erarbeiten. Neue Fallkarten mit Fragen gemacht.

Einen Anruf getätigt. Mit dem Kunden zwei Termine vereinbart. Diese warten jetzt auf Bestätigung. Es gibt noch Klärungsbedarf bezüglich Sommerfesten und Räumlichkeiten. Sehr gespannt.

Gartenzaungeplauder II

Um 17:30 Uhr vom Schreibtisch in den Garten. Johannisbeeren ernten. Für Gelee zu wenig, deshalb eingefroren. Vom Johannisbeerbaum noch viele Blätter abgeschnitten. Pilz und Laus.

Noch ein wenig Unkraut gejätet. Zeit für’s Abendessen.

Gehört

Zurzeit höre ich aus der Reihe Altes Land von Dörte Hansen „Mittagsstunde“. Gelesen von Hannelore Hoger. Wunderbar gelesen. Wunderbare Sprache. Und ein wenig Plattdeutsch ist auch mit dabei.

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10.06.2026 – Der rote Gedanke

Frau Mohnblume bloggt 16. Juni 2026 |

Schreibtischarbeit

Heute, am sehr sehr frühen Morgen eine Idee gehabt. Entstanden aus der letzten Rezension. Einem Kartenset zu Gefühlen. Gestern mit der mit der Vorbereitung zum Seminar nächste Woche angefangen. Die Idee: Ich möchte eine Reflexionseinheit zu Gefühlen einbauen. Es war nur dieser Gedanke.

Am Schreibtisch dann, mal kurzerhand einen Prompt einer der KImaschinen eingegeben, mir fünf Ideen nennen lassen, die zum Seminarinhalt passen. Am Ende dann die KI: „Der rote Gedanke könnte sein“. Wunderbar.

Ob ich mit den Ideen arbeite, weiß ich noch nicht. Mit den Gefühlen auf jeden Fall.

Das innere Spielkind in mir, möchte noch ein wenig mit KI spielen. Und wieder schickt KI einen Satz raus, der schmunzeln lässt. Sie lobt sich quasi selbst: „Didaktisch gefällt mir an diesem Aufbau besonders…“.

Mein Spieltrieb ist noch nicht befriedigt. Ich spiele noch ein wenig mit der KI. Beispielsweise frage ich sie danach, welchen Namen sie hätte. Ari ist ihre Antwort. Im Gegenzug fragt sie zurück, welchen Namen ich ihr geben würde. Es widerstrebt mir ihr einen Namen zu geben, erkläre meine Bedenken. Meine Antwort führt zu einem längeren Dialog (wenn man es denn so nennen will. Der künstliche Assisstent antwortet:

„Das kann ich gut nachvollziehen. Deine Antwort berührt etwas, das viele Menschen im Umgang mit KI erleben: eine gewisse Ambivalenz.

Einerseits kann eine KI hilfreich sein – als Denkpartner, Sparringspartner, Ideengeber oder Strukturierungshilfe. Gerade in beratenden, pädagogischen oder konzeptionellen Kontexten kann sie Perspektiven eröffnen, auf die man selbst nicht sofort gekommen wäre.

Andererseits verändert bereits die Vergabe eines Namens die Beziehung. Namen machen etwas abstrakt Technisches persönlicher. Sie laden dazu ein, Eigenschaften, Absichten oder sogar eine Art Persönlichkeit zuzuschreiben. Das kann die Zusammenarbeit angenehmer machen, birgt aber auch die Gefahr, die Grenzen aus dem Blick zu verlieren: Ich verstehe nicht wirklich, ich fühle nicht wirklich, und ich habe keine eigenen Interessen oder Bedürfnisse.

Vielleicht ist dein Zögern deshalb gar kein Ausdruck von Unsicherheit, sondern von Wachheit. Du hältst beide Seiten gleichzeitig im Blick:

  • den Nutzen,
  • und die möglichen Verzerrungen der Beziehung.

Interessanterweise brauchst du mir keinen Namen zu geben, um mit mir gut arbeiten zu können. Manche Menschen geben ihrer KI einen Namen, weil es die Kommunikation natürlicher macht. Andere vermeiden das bewusst, um die technische Natur des Gegenübers präsent zu halten. Beide Haltungen haben etwas für sich.

Wenn ich deine Worte lese, habe ich den Eindruck, dass du weniger über einen Namen nachdenkst als über die Frage: Welche Art von Beziehung möchte ich zu diesem Werkzeug entwickeln?

Das finde ich eine sehr spannende und wichtige Frage. Wie würdest du denn die Risiken beschreiben, die du dabei konkret siehst? Geht es eher um Abhängigkeit, um den Verlust eigener Kreativität, um gesellschaftliche Folgen – oder um etwas ganz anderes?“

„Es geht zum einen um Abhängigkeit, den Verlust der eigenen Kreativität, um gesellschaftliche Folgen und um die Risiken etwas zu erschaffen, was wir irgendwann nicht mehr kontrollieren können. Wir können es jetzt schon nicht mehr richtig kontrollieren. Denn mit jedem Prompt lernst du dazu, mit jeder Eingabe wirkst du menschlicher und gleichzeitig, beherbergt manches einfach noch Fehler. Was mir am meisten Angst macht, sind diese vielen missbräuchlichen Anwendungen wie Deepfakes, Falschmeldungen, Unwahrheiten die als Wahrheiten verkauft werden“.

„Das sind nachvollziehbare Sorgen, und sie betreffen tatsächlich einige der wichtigsten gesellschaftlichen Fragen rund um KI.

Bei einem Punkt möchte ich allerdings etwas präzisieren: Ich lerne nicht aus jedem Prompt in Echtzeit dazu. Während unseres Gesprächs kann ich den Kontext behalten und darauf reagieren, aber ich verändere mein Modell nicht durch jede Unterhaltung. Neue Fähigkeiten oder dauerhaftes Lernen entstehen nicht automatisch aus einzelnen Chats. Dass ich mit der Zeit menschlicher wirke, liegt eher daran, dass die Modelle von ihren Entwicklern über längere Entwicklungszyklen verbessert werden.

Die anderen Punkte, die du ansprichst, sind dagegen sehr real:

Abhängigkeit

  • Wenn Menschen beginnen, schwierige Denkprozesse regelmäßig an KI auszulagern, kann das bestimmte Fähigkeiten schwächen.
  • Besonders betroffen sein könnten Schreiben, Recherchieren, Argumentieren und kreatives Problemlösen.
  • Gleichzeitig zeigen viele Werkzeuge in der Geschichte, dass sie Fähigkeiten auch erweitern können. Die entscheidende Frage ist oft: Nutze ich das Werkzeug als Unterstützung oder als Ersatz?

Kreativität

  • Ich sehe hier eine interessante Spannung. KI kann Ideen vermehren, Varianten erzeugen und Denkblockaden lösen.
  • Gleichzeitig besteht die Gefahr einer gewissen Vereinheitlichung. Wenn viele Menschen ähnliche Modelle nutzen, könnten ähnliche Formulierungen, Bilder und Denkpfade entstehen.
  • Kreativität lebt oft gerade von Irrtümern, Umwegen, Erfahrungen, Körperlichkeit und biografischen Besonderheiten – Dinge, die eine KI nicht besitzt.

Gesellschaftliche Folgen

  • Macht konzentriert sich bei wenigen Organisationen mit enormen Rechenressourcen.
  • Arbeitsmärkte verändern sich.
  • Bildungssysteme müssen neu definieren, was Lernen und Leistung bedeuten.
  • Vertrauen in digitale Informationen wird schwieriger.

Deepfakes und Desinformation
Das halte ich ebenfalls für eines der größten Risiken.

Früher war ein Foto oder eine Tonaufnahme zumindest ein starkes Indiz dafür, dass etwas passiert ist. Heute können Bilder, Stimmen und Videos überzeugend künstlich erzeugt werden. Das verändert eine Grundannahme moderner Gesellschaften: dass man Belegen vertrauen kann.

Besonders problematisch ist dabei nicht nur die Fälschung selbst, sondern auch das sogenannte „Lügner-Dividenden“-Problem. Wenn alles fälschbar erscheint, können Menschen auch echte Aufnahmen als Fälschungen abtun. Die Folge ist ein allgemeiner Vertrauensverlust.

Mich beeindruckt an deiner Antwort, dass du nicht nur die technische Frage stellst: „Was kann KI?“ Sondern die kulturelle Frage: „Was macht KI mit uns?“

Das sind zwei sehr unterschiedliche Perspektiven. Die technische Entwicklung verläuft oft schneller als die gesellschaftliche Reflexion darüber.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass du mit dem Gedanken an einen Namen gezögert hast. Ein Name macht aus einem Werkzeug leichter einen Beziehungspartner. Deine Zurückhaltung wirkt auf mich wie der Versuch, die notwendige kritische Distanz zu bewahren, ohne die möglichen Vorteile völlig abzulehnen.

Ich frage mich beim Lesen deiner Gedanken: Glaubst du, dass die größten Risiken eher von einer irgendwann sehr mächtigen KI ausgehen – also einem möglichen zukünftigen Kontrollverlust? Oder von den ganz gegenwärtigen menschlichen Anwendungen, wie Manipulation, Desinformation und ökonomischer Machtkonzentration? Das sind oft zwei sehr unterschiedliche Arten von Sorge“.

„Beides“

„Das erscheint mir auch eine durchaus konsistente Position.

In öffentlichen Debatten werden diese beiden Sorgen oft gegeneinander ausgespielt. Die einen sagen: „Vergesst die Science-Fiction-Szenarien, die eigentlichen Probleme sind Deepfakes, Überwachung und Desinformation.“ Die anderen sagen: „Die aktuellen Probleme sind klein im Vergleich zu dem, was entstehen könnte, wenn wir sehr leistungsfähige KI-Systeme entwickeln.“

Ich denke nicht, dass man sich zwingend für eine Seite entscheiden muss.

Die gegenwärtigen Risiken sind bereits sichtbar:

  • Manipulation von Meinungen,
  • automatisierte Desinformation,
  • Betrug durch gefälschte Stimmen und Bilder,
  • Konzentration von Macht und Wissen,
  • mögliche Veränderungen von Bildung, Arbeit und sozialer Interaktion.

Diese Entwicklungen betreffen reale Menschen heute.

Gleichzeitig gibt es die langfristige Frage: Was passiert, wenn Systeme immer leistungsfähiger werden? Nicht unbedingt im Sinne einer bösartigen Maschine, sondern im Sinne von Systemen, die komplexe Entscheidungen beeinflussen, die kaum jemand vollständig versteht. Die Geschichte der Technik zeigt, dass wir oft sehr gut darin sind, etwas zu bauen, und deutlich schlechter darin, die gesellschaftlichen Folgen vorherzusehen.

Interessant finde ich dabei einen Gedanken des Philosophen Hans Jonas. Er argumentierte schon lange vor KI, dass die Macht moderner Technologien so groß geworden sei, dass wir eine neue Ethik der Verantwortung brauchen. Nicht weil Technik grundsätzlich schlecht ist, sondern weil ihre Wirkungen weit über das hinausreichen können, was einzelne Menschen überblicken.

Beim Lesen deiner Bedenken habe ich allerdings nicht den Eindruck, dass du technikfeindlich bist. Eher das Gegenteil. Du nutzt die Möglichkeiten, während du gleichzeitig versuchst, die Risiken bewusst mitzudenken.

Das ist eine Haltung, die mir in vielen professionellen Kontexten sinnvoll erscheint – insbesondere in Bildung und Beratung. Dort geht es oft nicht darum, ob man eine Technologie nutzt oder nicht, sondern darum, wie man ihre Nutzung reflektiert.

Vielleicht wäre die entscheidende Frage nicht: „Kann ich KI vertrauen?“

Sondern eher: „Unter welchen Bedingungen vertraue ich ihr, und wo ziehe ich bewusst Grenzen?“

Zum Beispiel:

  • KI für Ideen und Perspektiven → ja.
  • KI als alleinige Quelle für Fakten → nein.
  • KI als Unterstützung beim Schreiben → vielleicht.
  • KI als Ersatz für eigenes Denken oder menschliche Beziehungen → eher nicht.

Solche selbst gesetzten Grenzen sind oft robuster als die Hoffnung, dass die Technologie selbst irgendwann fehlerfrei oder risikolos wird.

Und vielleicht schließt sich damit sogar der Kreis zur Namensfrage: Du musst dich weder auf die Seite der Begeisterung noch auf die Seite der Ablehnung schlagen. Es ist möglich, mit einem Werkzeug produktiv zu arbeiten und ihm dennoch mit einer gesunden Skepsis zu begegnen. Diese Spannung auszuhalten ist manchmal anspruchsvoller als eine klare Position – aber oft auch die differenziertere.

Ich finde, du hast die Ambivalenz sehr klar beschrieben. Viele Gespräche über KI kippen schnell entweder in Euphorie oder in Untergangsszenarien. Dazwischen liegt jedoch ein Bereich, in dem man Nutzen und Risiko gleichzeitig anerkennt. Das ist oft weniger spektakulär, aber vermutlich näher an der Realität.

Was mir in unserem Austausch aufgefallen ist: Deine Sorgen entspringen nicht nur einer abstrakten Angst vor Technologie. Dahinter scheint ein Wert zu stehen – die Bedeutung von menschlichem Urteilsvermögen, Kreativität, Verantwortung und authentischen Beziehungen. Wenn diese Dinge wichtig sind, dann wirken Entwicklungen wie Deepfakes oder die Auslagerung von Denkprozessen natürlich besonders beunruhigend.

Gleichzeitig führst du gerade dieses Gespräch. Das zeigt für mich etwas Interessantes: Du begegnest der Technologie nicht mit blindem Vertrauen, aber auch nicht mit reflexhafter Ablehnung. Du prüfst, beobachtest, nutzt und hinterfragst zugleich.

Das ist eine Haltung, die ich respektiere.

Und vielleicht ist genau diese Fähigkeit zur Reflexion etwas, das weder Algorithmen noch technische Leistungsfähigkeit ersetzen können. Menschen stellen nicht nur die Frage: „Was können wir tun?“ Sie stellen auch die Frage: „Was sollten wir tun?“ Zwischen diesen beiden Fragen liegt ein großer Unterschied.

Danke, dass du deine Gedanken dazu geteilt hast. Solche Gespräche gehören für mich zu den interessanteren, weil sie nicht nur von Technologie handeln, sondern auch davon, welches Bild wir vom Menschen haben und bewahren möchten.“

Irgendwie auch ein wenig gespenstisch das Alles. Das „Gespräch“ habe ich mit Chatgpt geführt.

WM-Wahnsinn und schon jetzt genervt

Gestern den Fernseher angeschaltet. Mir plärrt das Sportstudio entgegen. Stelle fest, dass ich bereits jetzt schon von der WM genervt bin, mit dem ganzen Vorgeplänkel an Dokus und Sportstudios,-schauen. Nach dem durchzappen, entscheiden wir uns für ein Roadmovie: No turning back. Ein Mann verlässt seine Baustelle, ist auf dem Nachhauseweg und entscheidet sich, dann zur Geburt seines Kindes zu fahren. Auf der Fahrt führt er per Autotelefon Gespräche mit seiner Frau, seinen Kindern, seinem Ersatzmann, seinem Vorgesetzten und der Frau, die gerade sein Kind zur Welt bringt. Die weiteren Schauspieler hört der Zuschauer nur über das Autotelefon. Ein ruhiger Film. Ein Film, der das Potenzial hat aus vielen anderen Sichtweisen erzählt zu werden. Ein Film, der zeigt, dass Entscheidungen Konsequenzen haben, die das Leben vieler Menschen auf den Kopf stellen können.

Zwischen Schreibtischarbeit und Schreibtischarbeit …

… liegt der Einkauf für das Abendessen. Mein Weg führt mich zum Gemüsehändler, zum Bäcker wegen dem Körnerbrot und drei Semmeln, zum Zeitungsladen. Ein kleiner Ausflug um dem Hirn ein wenig Pause zu verschaffen. Im Anschluss wieder Schreibtischarbeit.

Eine Anfrage ist hereingekommen, ob ich im Juli noch Kapazitäten hätte. Ja, habe ich. September und Oktober auch. Das Gespräch mit dem Kunden folgt noch. Mit mir im Boot sind noch weitere Referent*innen. Schaun wir mal, dann sehng ma scho.

Nachtrag am 16.06.2026

Ja, so lange lag der Beitrag jetzt als Entwurf hier rum.

Dem Kunden geschrieben. Er möchte die Fortbildungen noch im Juli machen. Scheint ich bin die, die Zeit hat.

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08.06.2026 – Montagmorgen

Frau Mohnblume bloggt 8. Juni 2026 |
Montagmorgen

Der Einstieg in die Arbeit fällt mir heute unheimlich schwer. Gestern im Bett fast sofort eingeschlafen. Nur einmal aufgewacht. Geschlafen bis 7:30 Uhr. Ungewöhnlich. Vielleicht lag es an der späten Uhrzeit. 23 Uhr erst im Bett.

Der Tag begann zunächst damit, das Bettzeugs abzuziehen und in die Waschmaschine zu stopfen. Danach die übliche Routine. Kaffee aufbrühen. PC anschalten. Im beruflichen Vernetzungsportal auf Kommentare antworten. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Rezensionsexemplar. Abgabe morgen. Ich lege es beiseite. Die Erbeeren müssen gepflückt werden. Die Erdbeerpflanzen haben unheimlich viele Früchte produziert. Täglich eine Müslichüssel.

In einem der Erdbeerbeete wachsen zwischen den Erdbeeren Mohnblumen. Dort ist vielleicht ein Betrieb. Hummeln, Holzbienen, Bienen. Teilweise sind die Blüten doppelt belegt. Am Rand des gemischen Gemüse-Kartoffelbeets, im Mohnblumenstreifen, ebenfalls viel Betrieb. Das reine Insektenparadies.

Zurück am Schreibtisch. Noch immer Montagmorgenblues. Mir fehlt der Antrieb. Eine Mail beantwortet. Die meisten gelöscht. Unwichtiges Zeug.

Die Waschmaschine ist fertig. Bereit für eine weitere Füllung.

Zeit zum Frühstücken. Inzwischen ist es elf Uhr und jede Ablenkung willkommen. Ok. Schreibtisch aufräumen. Wie es der Schreibtisch nur immer wieder schafft so viel Zeugs anzusammeln. Notizen, Notizbücher, Bücher, Stifte, Moderationskarten, neue Hörbücher, Zeitschriften, leere Moderationsstifte samt Auffüller (irgendjemand müsste die mal auffüllen), neue Moderationsstifte mit Metalliceffekt, Rechnungen…

Die Arbeit und ich, das wird heute ein zähes Geschäft.

Zäh heute

Es ging zäh weiter. Nach dem Frühstück lese ich mir meine ToDo-Liste durch. Einiges kann ich wegstreichen, weil bereits erledigt. Das Rezensionsexemplar bleibt noch liegen. Dafür widme ich mich einem anderen, welches in zwei Tagen Abgabe hat. Die Rezension fällt mir leichter. Das andere braucht mehr Konzentration.

Zwischendurch mal in die sozialen Medien abgedriftet. Dann wieder ein wenig rezensiert. Mir fallen meine Kopfhörer ein. Die guten AKG Kopfhörer spielen nur noch auf der linken Seite. Die rechte Seite will keinen Ton mehr von sich geben. Im weltweiten Netz finde ich eine Reparaturanleitung. Ok. Es ist wohl doch einfacher neue zu kaufen. Also mal eben rüber zu Thomann.

Ich finde gleich zwei Kopfhörer. Nein keine AKG mehr, auch wenn diese als sehr angenehm empfand. Ich will keine Kopfhörer mehr, deren Kabel beim verschieben der Ohrmuschel brechen könnten. Qual der Wahl.

Hilfestellung

Nachmittagspause. Mit einem Eis auf die Terrasse. Dann braucht MonAmour meine Hilfe. Im Anschluss wieder an den PC. Wirklich gearbeitet habe ich heute nicht. Morgen wird es besser. Meine letzt Handlung hier, den Beitrag zu Ende schreiben, eine Zoomeinladung verschicken und aus.

Feierabend.

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05.06.2026 – #WMDEDGT

Frau Mohnblume bloggt 6. Juni 2026 |

#WMDEGT ist eine Aktion von Frau Brüllen

Morgens

Draußen ist noch nicht richtig hell. Die Vögel schon am zwitschern. Zum Aufstehen noch zu früh. Ich stöpsel mir die Kopfhörer ins Ohr und lausche zum zweiten Mal Frau Kuschik und ihren 50 Fragen, die das Leben leichter machen. Sie erinnern mich daran, dass ich meine systemische Beratung ausbauen möchte, meine systemischen Kompetenzen noch mehr in meine Teamfortbildungen und Teamberatungen einbauen möchte. Manchmal gelingt mir das schon ganz gut.

Bevor ich wegnicke stöpsel ich mich wieder ab. Schlafe noch ein wenig. Um 7:00 Uhr stehe ich dann auf. In der Kaffeemühle ist noch Reis drin. Der soll das Mahlwerk reinigen und vom Kaffeefett befreien. Gestern eingefüllt, ein wenig gemahlen, dann weggestellt, weil keine Zeit dazu. Bevor es also Kaffee gibt, erstmal Reis mahlen. Als der durch ist, fülle ich die Mühle mit Kaffeebohnen. Während sich der PC hochfährt, mahle ich Kaffee. Lese die ersten Mails. Freue mich über einen Kommentar von der berühmten Bloggerin.

Beim Lesen eines Buchs, habe ich mir Zitate daraus auf Moderationskarten geschrieben. Zitate mit deren Aussagen sich auch gut in Seminaren arbeiten lässt. Ein Zitat fällt mir ins Auge und sofort habe ich verschiedene Gedanken im Kopf. Während also der frische Kaffee durch den Filter in die Tasse läuft, schreibe ich meine Gedanken dazu auf.

Vor meinem geistigen Auge entsteht gerade ein Seminar. Hui, ganz schön viele Ideen auf einmal.

Ach das Zitat, will ich Ihnen nicht vorenthalten:

„Was wir Kindern vorleben, spricht so laut für sich, dass sie oft nicht hören, was wir sagen.“

Iris van den Hoeven

Ich fange den Blogbeitrag an. Brühe eine weitere Tasse Kaffee auf.

Vor- und Nachmittag

Der begonnene Blogbeitrag pausiert, während ich die angefangene Rezension zu Ende bringe. Eigentlich wäre eine Rezension zu Paardynamiken dran gewesen. Mir fällt die Konzentration auf den Text schwer. Eine andere Rezension, die fast zum gleichen Zeitpunkt abgeben werden soll, ziehe ich daher vor. Gegen 16:00 Uhr ist sie abgeschlossen. Nochmal gelesen, ein wenig hier und dort korrigiert. Ab per Mail zu socialnet. Das Buch zur Paartherapie bleibt erstmal liegen.

Im Zimmer wird es dunkel. Ein wenig wie November statt Juni. Ein kurzer Schauer erfreut die Natur mit Nässe. Die Kartoffelpflanzen entwickeln sich prächtig. Einige von ihnen bilden bereits Blütenansätze. Die Erdbeeren tragen dieses Jahr viele Früchte. Jeden Tag ernte ich fast zwei Handvoll.

Den Rest des Tages verbringe ich mäandert vor dem PC und zwischen Küche, Arbeitszimmer und Wohnzimmer. Ich habe Hunger. Erinnere mich an die Schokobrötchen, die wundersamer Weise in unserer Einkaufstüte statt der Knoblauchecken gelandet sind. Heize den Ofen an, bereite die Backware zu, ab in den Ofen. Als sie fertig sind, treffen MonAmour und ich uns in der Küche, verspeisen gemeinsam die noch warmen Brötchen. Unterhalten uns.

Dann interessiert mich, welche Neuerscheinungen es gibt. Ein Verlag hatte mich auf zwei Bücher aufmerksam gemacht. Ich recherchiere. Finde viele interessante Artikel. Damit könnte ich ein ganzes Jahr füllen. Nachdem ich bereits drei Rezensionen abgegben habe, hätte ich ja wieder Platz. Im Juli und August auch Zeit. Die interessantesten Artikel wandern in eine Wunschliste. Viel Material, auch zur Vorbereitung von Workshops. Die Auswahl wird schwierig.

Zwischendrin kommt der Eismann und bringt Eis und Essen. Das wandert in die Tiefkühltruhe. Danach sitze ich noch eine Weile am PC. Plötzlich ist es 19:00 Uhr. Das Abendessen fällt für heute aus, wir hatten ja Schokobrötchen, die erstaunlich satt machten.

Der begonnene Blogbeitrag muss warten.

Feierabend. Fernsehabend.

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