26.01.2026 – Winterwunderland & Grinsend zum Kunden
Intuition & Bullerbü im Winterwunderland
Vor nicht ganz zwei Wochen schrieb ich einem Kunden wegen der Ankunftszeit. Das war nach dem ersten Wintereinbruch, als das halbe Land ins Winterchaos gestürzt wurde. Da schrieb ich „Sofern das Wetter mitmacht bin ich um 8 Uhr da“. Nicht ganz zwei Wochen später fängt es Sonntagnacht zu schneien an und schneit und schneit und schneit. Das trieb MonAmour und mich, nach dem Tatort, hinaus, um erstens das Auto freizuschaufeln, um zweitens den Gehweg von der 10cm hohen Schicht zu befreien, um drittens das Auto freizuschaufeln. So schnell konnte man gar nicht gucken, wie das wieder zuschneite. Den Wecker stellte ich auf 5:35 Uhr.
Um 5:29 Uhr am nächsten Morgen spricht MonAmour was von Aufstehen, weil eigentlich schon zu spät. Also raus und Morgentoilette. Die Kleidung für den Tag hatte ich schon rausgelegt. Nach dem üblichen Morgengedöns allerdings ohne Kaffee und Essen (Frühstück ist hier im Haus eh eher ein Mittagssnack) raus um Auto und Einfahrt freizuschaufeln, während des Schaufelns der Einfahrt, wieder Auto freimachen. Um 6:15 Uhr versucht den Kunden zu erreichen. Diensthandy. Blöd. Diensthandys haben scheinbar die Angewohnheit in den dafür vorgesehnen Büros rumzuliegen, wo um die Uhrzeit natürlich niemand ist.
Um 6:36 Uhr waren meine Sachen im Auto verladen und ich machte mich auf den Weg Richtung Bamberg. Ca. 65 Kilometer. Bereits am Ende meiner Straße auf die Hauptstraße hinausgeschlingert. MonAmour unkte, ich würde ja doch wieder kommen.
Ich fuhr zwischen 30 und 40 kmh zum Dorf hinaus, mit 50 kmh auf den Frankenschnellweg und irgendwann mit 60 kmh Richtung Bamberg. Kurz vor der Ausfahrt, die mich dann zum Kunden bringen sollte ein Grinsen auf meinem Gesicht. Ich hatte es geschafft, unfallfrei, ohne rutschen und bremsen und Stau. Die anderen Menschen, die ebenfalls auf dem Weg waren, fuhren alle sehr umsichtig. Im Ort des Kunden dann viel viel Schnee und ein sehr verschneiter Parkplatz. Nachdem ich zweimal um die Schule fuhr, stellte ich beim Dritten Mal einfach auf dem Parkplatz für die Lehrer ab. Vor der Tür traf ich einige Menschen, darunter den Kunden. Es war 8:30 Uhr. Nach zwei Stunden Fahrt glücklich beim Kunden angekommen. Ich bekam einen Parkausweis und lud mein Auto aus. Derweil schneite und schneite und schneite es.
Um 16 Uhr, als wir nach einem wunderbaren Tag in einer sehr leeren Schule, das Haus verließen, bot sich ein Teilnehmer an, der mein Auto vom Schnee befreite, sowie das seiner Kolleg*innen. Ein weiterer schaufelte mit einem Schneeschieber den Schnee beiseite. Eine helfende Hand hatte mir eine Tasche getragen. Ich war nicht nur von den Rückmeldungen beseelt, sondern auch von dieser Wertschätzung der Teilnehmer*innen. Wir hatten einen wunderbaren Tag miteinander. Ich bekam eine positive Rückmeldung von einem Teilnehmer, welches eine andere Teilnehmerin veranlasste, mir zu sagen, dass dieses Lob etwas ganz besonderes ist, was den Teilnehmer wiederum zu der Aussage verleitete, er wäre eben sehr kritisch. Ich wuchs in diesem Moment sicherlich um zwei Zentimeter.
Und ja ich fuhr grinsend wieder nach Hause. Zunächst allerdings durch zwei Dörfer, da ich ein wenig Winterlandschaft sehen wollte, ließ das Vorhaben jedoch nach den zwei Dörfern sein über die Landstraße nach Hause zu fahren, da die Straßen noch immer viel zerfahrenen Schnee trugen. So fuhr ich nach den zwei Dörfern doch wieder auf die Autobahn. Während ich jedoch so über Land fuhr, fanden sich immer wieder Stellen an denen viele Kinder und Erwachsene mit Schlitten fuhren, diese den Hügel wieder hochzogen, Schneeballschlachen machten, den Hügel wieder runterfuhren, im Schnee stapften. Es war einfach herrlich anzusehen. Und – verzeihen Sie mir – Es war wie früher, als ich Kind war und wir nach der Schule am Schlittenberg mit unseren Schlitten fuhren. In besonders schneereichen Wintern entstanden dort sogar Iglus neben Schneemännern.
Obwohl die schlittenfahrenden Kinder weit weg waren, konnte ich doch das Vergnügen sehen und, nun ja, fast auch hören. Ein wenig Bullerbü im Winterwunderland.
MonAmour berichtete ich später, nicht ganz ohne stolz, vom Schlingern und am Berg anfahren im Schnee – ich braucht drei Anläufe um aus der Straße des Kundens auf die weiterführende Straße zu kommen. Ja, es war Winter und es war fast wie früher, als so viel Schnee noch zum Winter gehörte und kein außergewöhnliches Ereignis war.
Die älteren unter uns werden sich sicherlich daran erinnern.
Grinsekatze
Das Grinsen ging ein wenig weiter. Herr Fischer schrieb von einem mutigen Angebot. Heute bekam ich einen Anruf, den vor einer Woche hatte ich ein mutiges Angebot abgegeben, welches heute angenommen wurde. Sehr zu meiner Freude.






